Zur Rezi "Gott in uns" (Golem Nr. 16):
Hallo Frank,
vielen Dank für die ausführliche und gelungene Rezension meines Buches. Zu den zwei angemerkten Punkten erlaube ich mir kurz Stellung zu beziehen:
- die Weihepraxis betreffend
Zum Zeitpunkt der Erstellung des Buches lag mir trotz zweijähriger Recherche nicht mehr Material zu diesem Thema vor und es ist auch bis heute nicht viel mehr dazugekommen. Es war insofern "ausführlich" als das alles mir zugängliche Material verwandt wurde, aber die Formulierung "beispielhaft" wäre vielleicht treffender gewesen.
- Kapitel Verhältnis zum NS
Ich habe mir die Stelle gerade noch einmal angeguckt und sie kann leider tatsächlich mißverstanden werden. Die attestierte Prägung des NS bezog sich auf die Früh- und Kampfzeit, sowie auf Symbole und verwendetes Vokabular der NS-Bewegung. Die Schlußaussage fokussierte dagegen auf die Zeit ab 1933, als der NS zur Macht gelangte, das hätte augenscheinlich noch deutlicher gemacht werden müssen und damit auch zur Auflösung dieses "Widerspruchs" geführt.
Das vielleicht einfach nur noch mal zur Erläuterung.
Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg.
Daniel Junker
Kontakt über: http://www.bioregionalismus.deGegendarstellung:
zu folgender Passage aus dem Artikel "Glaube und Freiheit" von Amathaon in der Zeitschrift "Der Golem", Nr. 16, 5. Jahrgang, 1. Mai, Beltaine 2004, Seite 20 unten:
Zitat: "In gleiche Richtung zielt der erst kürzlich erfolgte Übertritt von Gitta Peyn, die sich jetzt Rebecka nennt, zu einer Freikatholischen Kirche. Als Vikar dieser Kirche tritt Federico Tolli in Erscheinung, ein ehemaliger Priester mit besten Beziehungen zu Presse und Sektenbeauftragten, der es fertig gebracht hatte, den gerade erst in Gründung befindlichen neuheidnischen-thelemitischen Dachverband Concilium Gena zu sprengen."
Wir möchten im Namen der Freikatholischen Kirche und des Personalprälaten für die Norddeutsche Kirchenprovinz, Vikar Federico Tolli, folgende falsch dargestellten Sachverhalte klarstellen:
(1) Zitat: "Federico Tolli in Erscheinung, ein ehemaliger Priester mit besten Beziehungen ..."
Federico Tolli war nicht Priester. Federico Tolli ist Priester und wurde soeben zum Bischof präkanonisiert.
(2) Zitat: "... zu einer Freikatholischen Kirche."
Es existieren nicht mehrere freikatholische Kirchen, sondern nur eine. Es handelt sich um die Freikatholische Kirche, eine weltweit verbreitete Abspaltung der römisch-katholischen Kirche. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.freikatholische-kirche.de, sowie http://www.freikatholische-gemeinde.de.
Zu den Behauptungen über den Dachverband Concilium GENA werden wir uns nicht äußern.
Dieser ist eine von der Freikatholischen Kirche unabhängige Institution und sollte sich deshalb zu dem im Artikel Dargelegten selber äußern. Nur soweit wollen wir anmerken, daß der Dachverband Concilium GENA nach wie vor existiert.
Desweiteren müssen wir die fachliche Qualität des Artikels kritisieren. Wir werden hierzu in einem längeren Artikel Stellung nehmen. Den eklatantesten Widerspruch in dem von Amathaons kritisierten Thelema möchten wir jedoch bereits an dieser Stelle deutlich hervorheben: Das Christentum einerseits als "altäonischen" Ballast zu bezeichnen und im gleichen Atemzug auf Gottheiten und Gottesbilder versunkener Kulturen zurückzugreifen, zeugt nicht gerade von systematischer Kompetenz. Auch wird jeder akademisch Gebildete widersprechen müssen, daß Glaube und Freiheit per se ein kategorischer Widerspruch sind.
Mit freundlichen Grüßen
Arndt Pippert (Weltanschauungsbeauftragter)
Subdiakon Jürgen Finkler (Akademiedirektor Köln)
Vikar Federico Tolli (Personalprälat)
Köln, 10. Mai 2004
Einen kleinen Kommentar zum ansonsten recht informativen Artikel "Glaube und Freiheit" von Amathaon kann ich mir doch nicht verkneifen.
Daß auf S.12 vom Hexenkönig Alex Gardner gesprochen wird ist wohl ein Flüchtigkeitsfehler, der aber auch ganz nett ist, denn damit wird vielleicht der unnötige jahrzehntelange Streit, den es zwischen Anhängern der beiden aufeinanderfolgenden Hexenkönige – Gerald Gardner und Alex Sanders - gab, noch mehr zur Farce indem man sie einfach zu einer Person verschmilzt ...
Der Rundumschlag gegen die vielen bestehenden "crowleyanischen Gruppen" aufgrund ihrer Zerstrittenhei-ten ist verständlich. Einfach falsch aber sind die Einschätzungen zu einem neuheidnisch-thelemitischen Dachverband Concilium GENA, wo es ein Federico Tolli fertiggebracht hätte diesen schon in seiner Gründung zu sprengen. Zum einen kann sachlich gesehen einfach nicht von einem heidnisch-thelemitischen Dachverband gesprochen werden. Es handelt sich um eine Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der Naturreligionen und Arkandisziplinen. Die einzige thelemitische Gruppierung innerhalb dieses Verbandes war bislang die Thelema Society. Die anderen dort ehemals oder heute engagierten okkulten Logen wie Pansophische Gesellschaft, In Nomine Satanas, Reformierter Alter und Universeller Ritus (RAUR), Communitas Saturni, Saturngesellschaft Deutschland und Loge Chiron bezeichnen sich allesamt nicht als thelemitisch und deswegen erscheint es schon als Fehlgriff diesen Versuch - eine gemeinsame gesellschaftliche Vertretung für Heiden wie auch das okkulte Lager zu schaffen - als ein "thelemitisches" Projekt zu bezeichnen. Auch war Federico Tolli nicht der große Spalter innerhalb des Dachverbandes. Die wirklich große Spaltung - wo sich eine ganze Anzahl der naturreligiös beteiligten Gruppen von Concilium GENA trennte und unter Heidenkreis Yggdrasil einen eigenen Verband "KultUrGeister" gründeten - war wesentlich bedeutsamer. Ich beschrieb dies in der AHA, Ausgabe 3/2002, S.28. Zwar war der Grund des späteren Ausscheidens der Thelema Society tatsächlich aufgrund diversen Mißtrauens gegen Federico Tolli gewesen, aber der Austritt der TS kann kaum als große erneute Spaltung gewertet werden. Wahrscheinlich kommt diese Einschätzung aus dem Studium der diversen Internetforen magischer Gruppierungen, woraus leicht ein solcher Rückschluß gezogen werden könnte. Aber das daran beteiligte Lager, wie z.B. die als thelemetisch ernstzunehmend bezeichnete Fraternitas Catena Aurea, die führend in der Anti-GENA- und Anti-Tolli-Kampagne agierte, gehörte ja zu keiner Zeit dem Dachverband an. Wenn im Netz ein scheinbarer Krieg zu toben schien, wurde dieser jeden-falls nicht von ehemaligen GENA-Mitgliedern (selbst die TS nahm daran in keinem erwähnenswerten Umfang teil) geführt. Es gab keinerlei Spaltung in der genannten Art. Derzeit sind tatsächlich von allen Beteiligten die Schlammschlacht-Beiträge entfernt und gelöscht und der aktuelle Stand scheint mehr gegenseitiger Toleranz und Frieden zu entsprechen. Angesichts der ständig wechselnden Meinungen kann sich so etwas natürlich auch schnell wieder ändern.
Federico Tolli selbst, der die Szene extrem polarisiert, wird man auch künftig jedoch nicht völlig ignorieren können. Dies drückt sich schon darin aus, daß Tolli ein zu diskutierendes Buch - "Thelema in Christentum, Logentradition und New Aeon" vorgelegt hat im Verlag des Georg Dehn, Edition Araki in Leipzig. Übrigens beworben in derselben Ausgabe des GOLEM auf S.63 und das scheint auch nicht die letzte Aktivität des Phänomen Tollis gewesen zu sein.
Berthold RöthAntwort des Autors zur Gegendarstellung und zum Kommentar von B. Röth
Eigentlich lohnt es die Mühe nicht, noch ein Wort dazu zu verlieren, obwohl die offizielle Gegendarstellung gewisser honoriger Herren sowohl im Inhalt als auch im Stil jeden Satz des letzten Abschnitts von "Glaube und Freiheit" bestätigt! Ich habe nicht vor, auf die einzelnen beanstandeten Sätze einzugehen, jeder der sie liest, weiß im Grunde was damit gemeint war. Ich hatte mir schon beim Schreiben gedacht, daß die m. E. wichtigen Fragen und Fakten (in den ersten Abschnitten) kaum Widerhall erzeugen würden, ein paar wenige Namen und Organisationen in halben Nebensätzen dagegen um so mehr.
Nur noch so viel dazu: Leute wie die, mit denen es die Redaktion des GOLEM wegen mir und meinem Text leider zu tun bekommen hat, sind weder an Diskussion, noch an Austausch interessiert (umso mehr aber an ihren Titeln, Ämtern und ihrem guten Ruf). Sie fallen unter die Kategorie des alten Sprichworts meiner Großmutter: Mit denen ist nicht gut Kirschen essen. Obwohl sie in ihren Vereinen, Gesellschaften und Satzungen ständig beteuern, wie sehr ihnen doch an der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung gelegen ist, bin ich mir sicher, daß sie mit dem ersten bißchen Macht in den Händen JEDEM den Mund verbieten lassen würden, der sich ihrer Art von "Weltanschauung" widersetzt, sie kritisiert oder nur ein wenig bespöttelt. Meine Sichtweise von Religion dürfte aus dem Artikel heraus klar geworden sein. Zwischen Glaube und Freiheit besteht für mich ein unversöhnlicher Widerspruch, den man lediglich dadurch aufheben könnte, daß ich sage: Das Einzige woran ich glaube, ist die Freiheit. Dies ist meine persönliche Meinung. Ich verlange von niemandem, sie zu teilen und sie steht jederzeit in einer argumentativen Weise zur Disposition. Aber ich brauche keinen Frühstücksdirektor für Weltanschauungsfragen, der für mich denkt.
Noch ein Wort an B. Röth vom "Dachverband". Wenn etwas gesprengt wird, dann muß es nicht automatisch untergehen, weil die versprengten Häuflein in anderer Form und teilweise unter anderem Namen weiter existieren. Die Sprengung war jedenfalls gewaltig genug, daß sogar eines der gewichtigsten Mitglieder, die Thelema Society (deren Vereinsblättchen AHA sich schon mal albern voreilig und stolz als neue "Dachverbandszeitschrift" ins Gespräch gebracht hatte) den Verband mittlerweile verlassen hat. So gibt es denn viele Dächer in diesem Land und das ist auch gut so, aber am sympathischsten ist mir immer noch, unter freiem Himmel zu wandern ... Und noch zwei Dinge zum Schluß:
1. Lest z.B. selbst im Internet unter http://www. new-aeon.de/index.php?act=viewPosting &postingID=193657.
Muß man wirklich noch mehr dazu sagen? Wie lächerlich, wie kleinlich, wie verkrampft, wie langweilig das alles ist ...
2. In der Presseerklärung des Concilium Gena vom Juni 2004 wird Tollis neues Thelema-Buch beworben. In dieser Erklärung findet man den Satz: "Tolli verkündet mit seiner Interpretation von THELEMA die Vision einer christlichen Meta-Religion von morgen." Ich scheiße schon jetzt auf diese christliche Meta-Religion und jeder, der noch einen Fünkchen Verstand besitzt und die Untaten der letzten zweitausend Jahre (alle im Zeichen der Nächstenliebe, der Freiheit, des Glaubens, der Weisheit etc. begangen) nicht vergessen hat, wird das gleiche tun. Wenden wir uns den wirklichen und lebendigen Dingen zu und überlassen wir die "Menschenfischer" sich selbst ...
Friede und magische Kraft allen freiheitsliebenden Wesen auf diesem Planeten
Amathaon
Kontakt: amathaon@gmx.deAnmerkung der Redaktion:
Weitere Diskussionsbeiträge/Meinungen zum Artikel „Glaube und Freiheit“
sind im Hadit-Leserforum zu finden: http://forum.hadit.de