LESERREAKTIONEN und -BRIEFE
Golem Ausgabe Nr. 14


Der Unterschied zwischen Satanist und Setianer
Gemeinsamkeiten von Setianismus und anderen Systemen
in Ost und West

Satan, der ewige Rebell gegen die kosmische Ungerechtigkeit, stellt den individuellen Pol eines Spektrums dar, an dessen gegenüberliegender Seite Kollektivismus jeder Form, egal ob Sozialismus, Kapitalismus oder Karnevalismus zu tage tritt!
So ist er wahrhaftig „der Widersacher“ und seine Anhänger streben danach sich aus dem kollektiven Sumpf zu lösen, in dem sie ihr Leben in konträrem Gegensatz zum Mainstream der unbewußten und obrigkeitshörigen Masse einrichten. Sie streben nach persönlicher Macht, um Freiheit von Bevormundung durch Kirche, Staat und Medien zu erlangen und ihre ureigensten Wünsche und Bedürfnisse mit Gleichgesinnten zu erfüllen und zu befriedigen. Als Mittel dazu verwenden sie Techniken und Methoden, welche man unter dem Begriff „Lesser Black Magick“ (Niedere schwarze Magie) zusammenfassen kann und zu denen unter anderem NLP, Hypnose, Körpersprache, Kampfkunst, Schauspielerei, Erfolgstraining und ähnliches gehören. Das heißt: ein Satanist strebt nach „Macht innerhalb der Matrix“, er/sie will die Position des „Alpha-Tieres“ erringen und diese nach Möglichkeit für den Rest seines/ihres Lebens beibehalten und soviel Genuß wie möglich herausziehen. Es ist das typische „Schwein am Futtertrog-Spiel“: Ich habe mehr ... Ich kann mehr ... Ich bin mehr und besser ...; und wenn es mit Raffinesse, Intelligenz und Engagement betrieben wird, mag es sehr wohl äußerst interessant und befriedigend sein. Aber damit erschöpft sich dann auch die Energie des Satanisten, darüber hinausgehende, spirituelle Intentionen und Ziele verfolgt er/sie nicht!
Im Gegensatz dazu und weit darüber hinaus gehend strebt der Setianer nicht, bzw. nicht nur „Macht innerhalb der Matrix“ an, sondern er/sie will „Macht über die Matrix“, d.h. durch die Vergöttlichung seines/ihres Selbst die Fähigkeit erlangen, das Realitätsgefüge selbst nach seinem/ihrem Willen direkt zu manipulieren, mittels Kräften die man im Osten ‘Siddhis’ und im Westen ‘Psi-Kräfte’ nennt. Diese übernatürlichen Fähigkeiten erwachsen dem Setianer im Laufe eines von ihm selbst beabsichtigten Wachstums- und Transformationsprozesses, währenddessen er/sie sein/ihr unstabiles Alltagsbewußtsein Schritt für Schritt in ein dauerhaftes, letztlich unsterbliches ‘Diamantbewußtsein’ verwandelt. Dieses ‘Diamantbewußtsein’ ist dann fähig Bewußtheit – Klarheit – Wachheit auch in jenen Seinszuständen aufrechtzuerhalten, welche das gewöhnliche Alltagsbewußtsein überfordern und auslöschen. In letzter Konsequenz selbst über den physischen Tod hinaus, was zur Folge hat, daß ein solcherart ‘kristallisierter Bewußtseinskern’ natürlich alle ontologisch unter ihm stehenden Realitätsebenen, sozusagen ‘von außen’, beliebig manipulieren kann! Dies führt zu einer Freiheit, welche weit über diejenige des Satanisten hinausgeht, welcher ja letztlich immer noch von innerhalb des Systems aus operiert und somit selbst bei größter ‘weltlicher’ Macht immer noch an dessen Bedingungen gefesselt bleibt, wohingegen der Setianer diese vollständig transzendiert (unter idealen Voraussetzungen versteht sich!).
Der Satanismus stellt damit, sozusagen, die Grundschule dar, der Setianismus die Universität!

Wie oben gesagt, bedient sich der Satanist der Techniken und Methoden der ‘Lesser Black Magick’, der Setianer legt seinen Hauptfokus auf die Techniken der ‘Higher Black Magick’ (Höhere schwarze Magie), welche ihm bei erfolgreicher Operation ein ‘unsterbliches Diamantbewußtsein’ bescheren, welches auf allen ontologischen Ebenen wahrnehmungs- und handlungsfähig ist und bleibt. Zu diesem Zweck bedient er/sie sich der Methoden zur Kreation/Destillation eines Auferstehungsleibes - Diamantblitzkörpers - Goldenen Embryos - individuellen Merkabahgefährtes usw. usf., welcher Techniken des höheren Raya-Yoga, der Sexualmagie, der Alchemie usw. aus den Energien der niederen Bewußtseinsträger (physischer Körper, Ätherkörper, Astralkörper, Mentalkörper) in einem transformatorischen Prozeß obigen ‘Diamantkörper’ formt.
Dieser künstlich und absichtlich erschaffene Körper dient dann dem Bewußtsein als dauerhaftes Werkzeug und Gefährt. Diese Tradition nun, das „Sichlosreißen aus dem kollektiven Feld“ verbindet den Setianismus mit den verschiedensten esoterischen Systemen in Ost und West:
Im Osten sind zu nennen die höheren tantrischen Lehren der Tibeter (Yantra-Yoga, Dzogchen) welche die Erschaffung eines ‘Vaya Kaya’, mittels Atemtechniken, Visualisation von Energieströmen (Lung) und Energiezentren (Chakren), sowie die Intonation von Mantras, anstrebt.
Weiter die Lehren des esoterischen Daoismus, welche ebenfalls mit der Visualisation und Kontrolle von Energieströmen, insbesondere auch der sexuellen Energie arbeiten, um in einem fortlaufenden Transformationsprozeß zuerst den ‘Eisernen Körper’, dann den ‘Goldenen Körper’ und letztlich den ‘Diamantenen Körper’ zu destillieren. (Laut der Überlieferung steht jedem, der vor dem 70. Lebensjahr mit der Umwandlung beginnt, der Weg zur Unsterblichkeit offen!). Ein weiteres östliches System, der japanische ‚Shingon-Buddhismus‘ stellt, meines Erachtens nach, eine Synthese tibetischer Tantras und taoistischer Lehren dar.
Bei den Ägyptern ging es im wesentlichen ebenfalls darum aus dem ‘KA’ (dem Energiekörper) durch bestimmte Prozeduren den ‘SAHU’ (den unsterblichen – höheren Energiekörper), das ‘goldene Gewand’ zu destillieren, welcher dann dem ‘BA’, der himmlischen Seele (dem Höheren Selbst) als dauerhaftes Instrument diente.
Fast identische Vorstellungen, Techniken und Methoden finden wir nun auch in der mittelalterlichen Alchemie wider, was eigentlich auch nicht verwundert, wenn man bedenkt, daß die Kreuz-/ Tempelritter ungeachtet aller politischen Konflikte einen regen Ideen- und Wissensaustausch mit ihren moslemischen Gegnern pflegten. Aus dem ‚unedlen, stumpfen Blei das edle, glänzende Gold zu machen bezieht sich ebenfalls auf Techniken und Methoden, die niederen Bewußtseinsträger in einen Transformationsprozeß zu einem ‘ewigen Leib’ zu verwandeln.
In neuerer Zeit (seit Anfang der 90er Jahre) nun lehrt ein, sich ‘Drunvalo Melchizedek’ nennender Herr aus Kalifornien, Techniken mittels Pranayama, Visualisation und Mudra die ‘Zentrale Pranaröhre’ zu öffnen und die ‘persönliche Merkabah’ (Raum-Zeit-Blase) zu manifestieren, was natürlich ebenfalls darauf hinausläuft, einen dauerhaften Bewußtseinsträger zu erschaffen, welcher ‘feldunabhängig’ ist und Reisen in andere Sphären und Dimensionen erlaubt, bei vollem und klaren Wachbewußtsein versteht sich!
Wenn auch der typisch kalifornische ‘New Age – Überbau’ etwas nervt, so handelt es sich in letzter Konsequenz doch um einen zutiefst ‘setianischen Impuls’; dieses Streben hin zu einer unabhängigen – isolierten, von den Zwängen und Bedingungen des materiellen Universums befreiten Intelligenz!
Frater Non Serviam

Bibliographische Quellen:
Don Webb V°, Das Schwarz jenseits von Schwarz; www.xeper.org
Frank Lerch, Nigthworks, Bohmeieverlag
ders., Blacklight Pleasures, Bohmeierverlag
ders., Ourosboros Files, Bohmeierverlag
Frater Eremor, Im Kraftstrom des Satan/Set, Second Sight Books
A. S. LaVey, Die satanische Bibel & Rituale, Second Sight Books
Mantak Chia, alle Werke über Tao Yoga, Ansata Verlag
Julius Evola, Die hermetische Tradition, Ansata Verlag
ders., Magie als Wissenschaft vom Ich, Ansata Verlag
ders., Schritte zur Initiation, Ansata Verlag
Roland Schweppe/ Aljoscha Schwarz, Tao der Unsterblichkeit, Irisiana Verlag
Drunvalo Melchizedek, Die Blume des Lebens Bd.1/2, Koha Verlag
Namkhai Norbu, Dzogchen – der Weg des Lichtes, Diederichs Gelbe Reihe
ders., Der Zyklus von Tag und Nacht, Diederichs Gelbe Reihe
ders., Spiegel des Bewußtseins, Diederichs Gelbe Reihe
ders., Dzogchen – der ursprüngliche Zustand, Odiyana Edition
ders., Die Harmonie der Elemente in der Kunst der Atmung, Odiyana Edition
Robert S. de Ropp, Das Meisterspiel, Kailash Verlag


Leserbrief zum Artikel „Die Sternenscheibe von Nebra ...“ von Bianca Rosenmayer, aus DER GOLEM Nr. 13

Hallo,
zu diesem Artikel könnte man noch nachtragen, daß nicht weit entfernt (weniger als 30 km) vom Fundort der Himmelsscheibe von Nebra durch Luftbildaufnahmen von mehreren Jahren bereits bei Weißenfels ein kreisförmiges Monument entdeckt wurde. Dieses stellt offenbar ein 7000 Jahre altes Sonnenobservatorium dar, dessen Ausgrabung in vier Jahren beendet sein soll. Nach Wolfhard Schlosser, Astrophysiker der Uni Bochum, stimmen die Enden der Goldbögen der Scheibe von Nebra in ihrer Anordnung mit den Toren des Observatoriums überein. Die Funde belegen natürlich, daß vorgeschichtliche Völker Europas sicher nicht die primitiven Barbaren waren, als die sie mancherorts wohl aufgrund von Unwissen hingestellt wurden. Auch die Geschichte, wie Wissen dieser Völker verloren ging, ist der Erforschung wert.
Mit freundlichen Grüßen
R. J. Sergel


Hallo GOLEM-Redaktion!
Ich habe kürzlich den GOLEM abonniert und jetzt die Ausgaben 12 & 13 bekommen. Ausgabe 12 habe ich soweit durchgearbeitet und muß sagen:
Ich bin begeistert! Erstklassige Texte, erlesene Autorenauswahl (Tula von Irminsul war für mich eine Neuentdeckung - fabelhafter „Brief“), gute Aufmachung (trotz s/w), ordentlich Futter für die grauen Zellen. Mit den kabbalistischen Anteilen kann ich selbst zwar nichts anfangen, aber alles andere war durchweg faszinierend. Wollte mich nur mal freudig zu Worte melden ;-)
Lord Daimon Sinister


Hallo Golem-Redaktion!
Ein großes Lob für den Artikel „Der Zauberer als radikaler Symbolist“ in der Ausgabe 13!
Bei der Lektüre Pete Carrolls „Der Magier als rebellischer Physiker“, kam bei mir schon echter Zweifel ob der Freiheit und Lebendigkeit der Magick des berühmten Autors auf. Schön zu lesen, daß es nicht nur mir so ging. Vielleicht noch als Ergänzung zur Wissenschaftskritik eine Bemerkung zum Rationalismus, welcher immerhin die theoretische Grundlage zumindest der Naturwissenschaft bildet.
Im 20. Jahrhundert, als sich die Philosophie anschickte, naturwissenschaftliche Qualität zu erlangen, rückte die Frage, warum eigentlich allein der Verstand als Maß aller Dinge zu betrachten sei und wie er sich von den anderen irrationalen Systemen unterscheiden kann, ab und an ins Bewußtsein der rationalisiernden Philosophen.
Diese Frage der Letztbindung erhielt keine sonderlich befriedigenden Antworten, obwohl doch gerade der Verstand nach klaren Positionen lechzt.
Popper erklärte die Frage zu einer moralischen Entscheidung zwischen dem Rationalen und Irrationalen. Dieser Vorschlag roch den geistigen Mechanisten noch zu sehr nach freiem Willen, ausgerechnet am Fundament der wohlgeordneten Welt.
Dann machte Bartley einen Vorschlag, der meines Wissens nach noch immer ‘state of the art’ ist; um den Rationalismus frei von jeder Art von Bindung an unbegründbaren Begriffen zu machen und somit als eigenständiges, ‘reines’ System zu etablieren, brachte er den pankritischen Rationalismus in die Welt. Dieser setzt alles und jeden Teil der Welt der Kritik aus und nimmt keine Gegebenheiten mehr an, noch nicht einmal mehr das rationale Vorgehen als solches.
Was von einem anderen Rationalisten als ‘bewegender Augenblick in der Philosophiegeschichte’ beschrieben wurde, ist so lange in sich schlüssig, so lange man die ‘zugelassenen’ Methoden der Kritik außer Acht läßt, die allesamt selbst wiederum rational sind.
Mit anderen Worten, Kritik an der Ratio darf nur mit Hilfe der Ratio geschehen. Warum das so sein muß, wird nicht weiter erläutert, die Letztbindung also nur verschoben.
Um den Bogen zu schlagen: Naturwissenschaft als hohes Ideal scheitert nicht nur an konkreten Untersuchungsgegenständen, sondern steht schon in ihren philosophischen Grundlagen auf tönernen Füßen, die bei näherem Hinsehen tief im Schoß des Irrationalen stecken.
Bis denne und weiterhin gutes Gelingen!
Björn


Hallo aus Mexiko,
mit großem Interesse habe ich Ihre Seiten zum Thema Golem gelesen (studiert) - Danke für diese überaus nützliche Informationen!
Ich erlaube mir, Ihnen zu schreiben, daß es heute noch die Golem gibt und daß sie nach wie vor noch „erschaffen“ werden. Exakt genau, wie in Ihren Seiten z.T. beschrieben. Wo?? Hier im Land der Maya!
Bei den Maya gibt es eine ähnliche „Gestalt“ und wird in der Mayasprache Alux (sprich: Alusch) genannt. Soweit ich nachforschen konnte, bedeutet dies:
Aus Lehm gemacht! Die Maya benutzen dazu Tonerde (Lehm), formen eine Figur und erwecken sie zum Leben - ganz genau so wie Sie es in Ihren Seiten beschreiben. Bis zum heutigen Tag werden diese Alux noch „gemacht“ und dementsprechend eingesetzt. Zwar gibt es auch hier viele Zweifler, die diese Aluxes als Hirngespinnste abtun, aber da könnte ich ganz andere Geschichten erzählen. Falls Sie Interesse haben sollten, können wir uns gern weiter über dieses Thema unterhalten.
Einen lieben Gruß aus dem fernen Mexiko (Cancun)
Uwe Rolli

Im GOLEM Ausgabe 15 (Feb. 2004) wird dazu der Artikel zu den Aluxes erscheinen.


Hallo „Golem“,
endlich komme ich dazu, mich für die sehr wohlwollende und verständige Rezension der Neuausgabe von Peryt Shous „Edda“ im Rahmen der Edition Schattenhold zu bedanken. Unerwähnt blieb leider, daß die Schrift durch eine umfangreiche Einleitung und weiterführende Kommentare wertvoll ergänzt wurde, was das Buch auch für Leser interessant macht, die bereits eine Kopie des alten Originals oder gar dieses selbst besitzen. Auch die Frage des Rezensenten nach dem Grund der „Zurückhaltung des Herausgebers“ wird in dieser Einleitung übrigens - wie ich meine recht deutlich - beantwortet, und zwar im Zusammenhang mit dem Zitat von Oscar Schmitz auf S.26; eine Warnung, die durchaus ernst zu nehmen ist ...
Im übrigen gefällt mit der „Golem“ - abgesehen vom m.E. etwas übertriebenen Interesse an satanistischen „Verirrungen“ in der mir vorliegenden Ausgabe - recht gut, und zwar sowohl was die Qualität der Beiträge als auch die Aufmachung und thematische Breite betrifft.
Noch ein paar Anmerkungen:
Aus der Betrachtung, ob es einem Menschen ‘schlecht’ oder ‘gut’ geht auf dieser Welt, ableiten zu wollen, daß Gott den Betreffenden ‘liebt’ oder gar ‘haßt’, wie im Beitrag „Satana im Spiegelbild“, scheint mir doch ein wenig ‘naiv’ - ja ‘allzu christlich’.
Und: Obwohl mir klar ist, daß das Wort ‘Glaube’ gerade im Machtbereich des Christentums weitgehend desavouiert ist, möchte ich doch daran erinnern, daß es sich ursprünglich vom gotischen „galaubeins“ ableitet, also dem „Gelöbnis“ als einem (magischen) Willensakt der Bestimmtheit und Ausrichtung des Menschen (zu Gott).
In dieser Bedeutung scheint mir der Begriff wichtig und zu schade, um ihn etwa nur denen zu überlassen, die ihn gebrauchen, um damit zu polemisieren und ihr eigenes - nicht selten ja auch nur eingebildetes - ‘Wissen’ über die angeblich wertlosen, zumindest abwegigen ‘Glaubensmeinungen’ anderer zu stellen... - Und da man sich beim „Golem“, was mich besonders gefreut hat, ganz gut mit Runen auszukennen scheint — betrachte man sich doch gelegentlich vielleicht einmal die runische Schreibweise des Begriffs „galaubeins“ ...
Im Beitrag zur „Sternenscheibe von Nebra“ wurden auch die bekannten „Goldhüte“ gestreift - es sind dies wirklich symbolische „Erleuchtungskegel“, denen man eine gesonderte Betrachtung einräumen könnte, was an dieser Stelle aber wohl zu weit führen würde. Nur soviel vielleicht: sie scheinen mir als ein erlebbares Einweihungsphänomen, das in kultischem Zusammenhang mit den erwähnten goldenen „Spitzhüten“ steht, die man der Anschaulichkeit halber auch als „Flüstertüten Gottes“ bezeichnen könnte. Einer dieser Goldhüte steht im Germanischen Museum zu Nürnberg zu bewundern. Die typische Form hat sich in der traditionellen Kopfbedeckung des Hexenmeisters niedergeschlagen, aber auch die Schulkinder bekommen am Beginn ihres „Erkenntnisweges“ solch eine „Spitztüte“ in die Hand gedrückt, wenn uns auch heute nicht viel mehr dazu einfällt, als diese mit Zuckerkram zu stopfen. Es gab freilich schon vor 4000 Jahren solche Spitzhüte, wie Abbildungen von Hethiterkönigen beweisen. Und es gibt diese Kopfbedeckung auch in ‘geknickter’ Form - man denke etwa an die „Hellkapp“ der Zwerge, der „Hollen“. Als ‘geknickter’ Kegel ziert sie bekanntlich auch das Haupt des vormals stolzen, längst aber bedauernswerten „Haulemann“, des sog. Deutschen Michels. Ähnlich geknickt erscheint die Irminsul im Externstein-Steinbild. Nicht geknickt, aber bereits eingerollt tragen die Phrygier ihr Mützchen, die Jakobiner wollten’s ihnen abschauen - und von den meisten Mithras-Darstellungen ist uns diese Variante ebenfalls geläufig (mitunter kommt auch die spitze, wenn auch nicht ‘klassisch’ langkegelige Form der Mithras-Mütze vor)...
Daseinsgelassen und mit besten Grüßen!
ML
turbund@t-online.de
http://home.t-online.de/home/turbund


Wir freuen uns auf Eure Zuschriften.
Gundel und Frank
post@golem-net.de

 
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