Hallo Gundel und Frank,
sehr gut hat mir der Leserbrief auf euren in der vorletzten Ausgabe abgedruckten Totentanzartikel gefallen. Die Leserin hat bestens ausgedrückt, was auch meine Gedanken nach lesen dieses Artikels waren.... mein Resüme danach war nämlich ebenfalls: Schade für die von Holger geopferte Zeit für dieses Interview, aus dem man hätte, falls Frau Wundersam nicht so blockiert (oder was auch immer) wäre, viel mehr hätte machen und erwarten dürfen können...
Liebe Grüße
Voenix
Salve Sshaytiel,
ich habe mich sehr über Deinen Leserbrief und vor allem über Deinen kleinen Text "Das Vermächtnis der Phantasie!" gefreut, da ich mit meiner gemischt theoretischen und literarischen Auseinandersetzung mit dem Surrealismus vor allem Menschen dazu anregen wollte (neben all der Information), sich ihrer Kreativität bewußt zu werden.
Wenn mein Text bei den Lesern Reaktionen hervorruft, erfüllt sich seine Absicht jenseits aller Thematik und Stilistik. Zur sachlichen Diskussion bin ich stets bereit, doch zielt mein Schaffen weitaus mehr auf eine Belebung einer alltäglich gewordenen Welt, eine Poetisierung des Alltags, wie es aus der Romantik weithin bekannt ist.
Die Betonung des Traumes in Deinem kleinen Text weist Dich auch als einen Menschen aus, der sich der Vieldeutigkeit der Welt bewußt ist. Mir selbst bedeutsam ist eine Offenheit, "a state of vulner-able open-mindedness", wie es Timothy Leary nannte, daß man bereit ist, andere Einflüsse in sich aufzunehmen und Grenzen aufzubrechen. Oder wie Du es schreibst: "Durchbrecht die Grenzen und ihr werdet frei sein. Folgt euren Träumen mit festem Willen." (S. 61)
Eine Verengung des Weltbildes auf nur wenige Impulse ähnelt einem Blitzableiter, der die Kraft eines Geistesblitzes lähmt und in seiner senkrechten Form eine Bahn beschreibt, die dazu entwickelt wurde, die vernichtende Elementarkraft aufzufangen und schließlich die Gefahr zu bannen.
Man sollte sich nun aber vergegenwärtigen, daß vieles in Kreisen vor sich geht und zumal die schnurgerade Linie in eine Spirale übergeht, weil magnetische
Ströme von allen Seiten auf das starre Denken einstürmen und man schließlich der Verlockung des Fluidums nicht widerstehen kann. Fluidum, eine ätherisch-attraktive Kraft, die uns oft vom geraden Weg abbringen kann. Näheres dazu findet man in meiner Schrift 'Serpentinen auf dem Weg zum Pegel'.
Auch wenn's mal nicht sofort zum Ziel führt, ist der Weg dahin von Bedeutung.
Jede kleine Erfahrung und jedes Wunder, dem man begegnet, so kann man mit André Breton sprechen, beweist, daß eben doch nicht alles gleich eingeebnet werden kann und soll.
Schräg ist der Blick des Suchenden auf die Welt!
In diesem Sinne viele kreative Wünsche,
Dominik Irtenkauf.
Wir freuen uns auf Eure Zuschriften.
Gundel und Frank post@golem-net.de