LESERREAKTIONEN und -BRIEFE
Golem Ausgabe Nr. 11


Sehr geehrte Golem Redaktion!
Die letzte Ausgabe des Golem hat mir wieder sehr gut gefallen. Besonders der Artikel von Dominik Irtenkauf hat mich inspiriert.
Ich habe eine kleinen Text verfaßt und würde mich freuen, wenn er veröffentlicht werden würde. Es mag sein, daß der Text nicht besonders gut ist und einiges offen läßt. Jedoch denke ich, daß gerade für unseren Kreis das Thema des Textes von Bedeutung ist. Wenn Fragen bestehen und auch Kritik aufkommt, so bin ich bereit dazu Stellung zu nehmen und nach Möglichkeit zu beantworten.
Drakonische Grüße!
Sshaythiel
Möge der Mond über eure
Träume wachen
bis die Menschheit wird erwachen.
Dann werden sie erkennen
und sehen was war und
was sein wird durch
die Macht des Willens und
der Gedanken!

*

Das Vermächtnis der Phantasie!
Was ist Phantasie?
Phantasie existiert in unseren Köpfen während wir träumen oder kreativ sind.
Sie inspiriert uns zu Kunst, Musik, Literatur und vielem mehr.
Die meisten Menschen haben Träume. Für viele sind Träume unerreichbar. Das liegt daran, daß viele Menschen nur an ihre Pflichten und Arbeiten denken. Es gibt Normen und Gebote an die man sich halten muß. Es wird zu viel Energie darauf verwendet alles richtig zu machen und “normal” zu sein. Die Meisten denken an ihre Träume oder hoffen und beten, daß sie in Erfüllung gehen. Durch den Energieverlust im derart eingeengten Leben und der daraus resultierenden Inaktivität bleiben Träume jedoch bloß Illusionen.
Dabei sind Normen, Gebote und Pflichten keine Hindernisse. Man kann trotzdem seine träume verwirklichen. Doch der Energieverlust macht Viele zu Gefangenen, die sich nicht wehren können. Dadurch verblaßt die Phantasie und vieles geht verloren, was wertvoll sein könnte. Nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Menschheit.
Laßt euch nicht von Normen, Geboten und Pflichten einengen. Dann seid Ihr energiegeladener und aktiver. Kämpft für eure Träume, damit die Phantasie nicht verlorengeht!
Durchbrecht die Grenzen und ihr werdet frei sein. Folgt euren Träumen mit festem Willen. Seid kreativ und handelt ohne Einschränkungen. Denn durch Handlungen können Träume Realität werden.
Erst dann kann die Phantasie erblühen wie eine Rose, die nicht verwelkt. Werdet eins mit euren Träumen, denn Träume sind der Spiegel der Seele und verkörpern den wahren Willen. Das Vermächtnis der Phantasie ist die Umsetzung von Träumen in die Realität.
Verwirklicht eure Träume und laßt die Phantasie nicht verblassen, sonst wird das Leben nicht mehr lebenswert und ohne Sinn!

© 2002 Sshaythiel
Sshaythiel@gmx.de


Leserbrief zum Interview mit Frau Dr. Uli Wunderlich

Liebes GOLEM-Team,
man muß Euch schon dankbar sein, daß Ihr immer wieder auch den Versuch unternehmt, die Distanz zwischen Magie/Okkultismus und akademischen Wissenschaften zu überbrücken. Man kommt dadurch oft zu neuen unerwarteten Einsichten. Dies trifft mit Sicherheit auch auf das Interview mit einer Wissenschaftlerin zu, deren Forschungen sich dem Tod widmen oder dies vorgeblich tun – denn das ist das Thema meiner Wortmeldung.
Gut, wo fangen wir an. Frau Wunderlich übt eine interessante und wie ich meine für diese Gesellschaft erstaunliche Tätigkeit aus: Sie sammelt “Bilder und Texte”, “Darstellungen des Todes” und diese Tätigkeit bezeichnet sie als “Interessensschwerpunkt”, Dinge betreffend, “vor denen man sich nicht fürchten muß”. Nun ist es allerdings so, daß die meisten Menschen eine unüberbietbare Angst vor dem Tod haben und da fängt das Dilemma an. Was hat Frau Wunderlich mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit uns in dieser Hinsicht zu bieten? Oder anders ausgedrückt: Können uns ihre Forschungen weiterhelfen, das Phänomen des Todes und seine emotionalen und spirituellen Verknüpfungen in der Seele des Menschen besser zu verstehen? Wie trägt Frau Wunderlich – und weitergefaßt die Europäische Totentanz-Vereinigung – dazu bei, daß Menschen zu einem persönlich sinnvolleren, angstfreieren Umgang mit dem Tod finden? Sorry, aber meine Antwort nach dem Lesen des Interviews ist auf alle diese Fragen eine reine Negation: nichts, nein, gar nicht! Warum denke ich das? Frau Wunderlich präsentiert sich trotz ihres hübschen, lebendigen Äußeren nicht als Mensch, sondern als Akademikerin – ihr Ansinnen ist absolute Blutleere, eine wissenschaftliche Starrheit, die selber an den Tod gemahnt. Sie gibt sich Mühe, keine Gefühle zu offenbaren, ja selbst eine eigene Meinung zu Dingen, die ihr Fachgebiet nicht betreffen, scheut sie wie der Teufel das Weihwasser. Fragen, über die bereits jedes Kind nachdenkt, beispielsweise ein Weiterleben nach dem Tode, sind für sie ein “Thema für andere Leute”. Jeder, der schon einmal einen Todesfall in der eigenen Familie erlebt und mit freiem Bewußtsein verfolgt hat, mit welcher Angstbesessenheit und Würdelosigkeit Tote in unserer Gesellschaft entsorgt werden (mit allen damit verbundenen haarsträubenden Phänomenen, ich empfehle diesbezüglich Frau Wunderlich die Lektüre des Buches von Regina Faerber “Der verdrängte Tod”), wird sich dazu einen Standpunkt bilden. Frau Wunderlich tut dies angeblich nicht. Für sie ist dies wiederum lediglich kein “Thema”. Selbst die Frage nach dem Tabu im Umgang mit dem Tod, das doch zweifellos existiert und sich in den vielfältigsten Variationen äußert, “hört sie nicht gern” mit dem Verweis auf Besserung der materiellen Verhältnisse im Vergleich zum Mittelalter. Da sie selbst Mittelalter-Expertin ist, kommen ihr andere, zum Beispiel frühere heidnische Zeiten erst gar nicht in den Sinn. Scheuklappen nennt man das wohl. Im ganzen Interview spürt man förmlich das händeringende Bemühen des Fragestellers, wenigstens eine lebendige, menschliche Äußerung aus Frau Wunderlich herauszukitzeln – ich meine vergeb-lich. Selbst die doch so offensichtlich naheliegende Frage, welche persönlichen, vielleicht kindheitlichen Momente die Beschäftigung mit dem Makaberen initiiert haben könnten, wird von dem reinen Individuum Wunderlich mit einem klaren “Nein” beantwortet. Es gibt halt nix, nur Forschung und Lehre – Leere möchte man am liebsten schreiben. Die Verdrängung, die sich da zeigt, muß gigantisch sein ...
Warum ich das so ausführlich schreibe? Weil man daran sehr gut sehen kann, welchen Beitrag die akademische Schulwissenschaft für das ganz normale Sein des Menschen mit seinen ganzen normalen Problemen liefert: keinen – jedenfalls keinen wirklichen (siehe dazu die Schriften von Paul Feyerabend). “Unser Verhalten ist das Resultat von wissenschaftlichem Fortschritt” schreibt sie und ist auch noch selber davon überzeugt. Umgekehrt würde ich sagen! Der angebliche Fortschritt, erstrecht in den Wissenschaften, ist Resultat unseres Verhaltens und Denkens und damit nichts weiter als Illusion einer Spezies, die immer noch nicht begriffen hat, daß sie das Universum nach ihrem Bilde formt und täglich in die Fallen der doch so hochgelobten klaren, unübertrefflichen Vernunft tappt. “Sterben und Tod sind für mich ein Forschungsgegenstand”, schreibt sie. Zu welchen “Forschungen” sind sie denn bereit, Frau Präsidentin? Außer Bildchen sammeln, Bibliotheken durchstöbern und Konferenzen ausrichten? Wären sie bereit, mit den Knochen ihrer Ahnen am Feuer zu sitzen, wären sie bereit den Gang zur Hel anzutreten, einen Totengeist zu beschwören oder Geschlechtsverkehr auf einer Leiche auszuführen (wie das in ursprünglichen tibetisch-tantrischen Ritualen praktiziert wird)? Jeder buddhistische Mönch, der seine Todesmeditation übt, jeder Schamane, der die Reise in die Totenwelt nicht scheut, jeder Voodoo-Priester, der den Loas huldigt, ja jeder abgehalfterte Gruftie, der abends in seinen Sarg steigt – hat Frau Wunderlich etwas voraus, die unmittelbare Nähe zu seinem “Forschungsgegenstand” und damit die konkrete, initiierende, fruchtbare Erfahrung. Nochmal sorry, aber an der Tätigkeit von Frau Wunderlich ist nichts fruchtbar. Spätestens in ein paar Jahrhunderten, wenn die gesamten bildnerischen, literarischen und wissenschaftlichen Kunst- und Wissensschätze der Menschheit vollständig digitalisiert sein werden, ersetzt ein intelligenter Recherche-Roboter diese Arbeit und stellt je nach Vorgabe und Wünschen Kompilationen jedes x-beliebigen Themas her.
Vielleicht ist dieser Leserbrief etwas zu scharf geraten, aber ich finde es besser, klar auszusprechen worum es mir geht, als nur um den heißen Brei zu reden.
Ich wünsche dem GOLEM weiterhin eine lebendige Existenz und freue mich bereits auf die nächsten Ausgaben.
Eure Soror .414.

* * *
Anmerkung der Redaktion:
Trotz Nachfrage hat Frau Dr. Wunderlich zu diesem Leserbrief leider nicht Stellung genommen.


Leserbrief zum Artikel „Zwischen Himmel und Erde“

Lieber Frank Cebulla.
Ich habe im neuen Golem den Artikel „Zwischen Himmel und Erde“ gelesen und habe wieder einmal festgestellt, daß es dir sehr schön gelingt, kabbalistische Sachverhalte und Zusammenhänge geordnet und strukturiert wiederzugeben. Ich konnte dem Artikel auch gut folgen, doch als ich Abschnitt III durchlas, stutzte ich schon etwas. Nicht, daß ich die Übung nicht abwandeln wollte, doch bei deinem zweiten Argument fröstelte mir. Diese „dunklen Dämonen und ihre Wohnstätten der Finsternis“, die heute nicht mehr böse sind, sondern Lehrmeister und Kraftquellen? „Ganz im Gegensatz zu den alten Kabbalisten“ schreibst du.
Ich habe nachgedacht. Welchen Sinn macht die normale Übung und welchen Sinn könnte die umgestellte Übung „von Unten“ machen. Die „dämonischen Kräfte“ nützen mir bei meiner Selbsterkenntnis und sind da ja auch sinnvoll zu erfahren, aber ich wollte doch nicht meine Aura mit Zorn o.ä. anfüllen? Gut, ich löse es ja durch eine Umwandlung im Kopf und lasse es weiß wieder an mir herunterlaufen, aber der Dreck ist noch in mir drinne, wenn ich ihn nicht rituell umwandle. So weit könnte ich ja noch einen Sinn darin sehen, obwohl ich diese Praxis nicht für den Dauergebrauch empfehlen würde. Aber „Im Gegensatz“ und „nicht interessiert an den hellen und positiven Aspekten“ klingt für mich auf die materielle Ebene hindeutend, als Gegensatz zum Geistigen Licht steht die Materielle Finsternis. Dämonen aus dieser Finsternis können mir also nur materielle Macht geben, niemals aber geistige Kräfte. Das ist dann aber keine Vergeistigung, die ich doch anstreben sollte, eine Befreiung von den Fesseln der Materie, sondern ein Bindung an materielle Kräfte. Schön das du noch erwähnst, daß es nicht eingesetzt werden sollte, um andere Personen zu beeinflussen. Aber wenn ich meine Aura mit Zorn fülle, habe ich einen guten Schutz, komme aber vermutlich auch schneller in Konflikte.
Ich kann auch alles so auslegen, daß ich verstehe, was du geschrieben hast, finde es aber doch eher gefährlich, es dann so auszudrücken.
Nichts für ungut.
Sal Hal
Christoph Lotte

* * *

Antwort des Autors:

Hallo Christoph,
erstmal danke für Deine Stellungnahme zu „Zwischen Himmel und Erde“ und ich freue mich natürlich, in Dir einen interessierten Leser zu finden, zumal wir uns ja schon mal persönlich begegnet sind und soweit vielleicht voneinander einen vollständigeren Eindruck haben als das bei anderen Lesern des GOLEM der Fall sein kann.
Nun ein paar Gedanken zur Problematik der „dunklen“ Energie:
In vielen esoterischen und magischen Büchern kann man die Standardformulierung lesen, daß die dunklen Energien oder der Schatten oder was es noch für Begriffe dafür gibt, „integriert“ werden müssen, um zu einem vollkommeneren Selbst zu gelangen. Darüber gibt es eigentlich auch kaum Zweifel und man wird gegebenenfalls sogar Übereinstimmung mit klassischen Psychologen oder Analytikern erzielen. Über das WIE dieser Integration schweigt man sich hartnäckig aus, ein Umstand, der mir schon immer aufgefallen ist und mich gestört hat, weil ohne eine praktizierbare Methodik des Umgangs mit dunkler Schattenenergie alle Integration nichts weiter als eine Floskel bleibt. Die traditionelle Variante dieser Integration war die Evokation von Dämonen in Form eines Rituals und ihr anschließendes Binden, d.h. Dienstbarmachen. Auch heute wird viel über diese Evokation geschrieben, aber ich habe nur wenige Leute getroffen, die erfolgreich Dämonen evozieren und binden. Das liegt vor allem daran, daß das mittelalterliche System der Magie stark im Christentum und dessen moralischen Doktrinen verhaftet war und es den meisten Leuten heute schwerfällt, entweder diesen christlichen Standpunkt (z.B. eines Abramelins) einzunehmen oder andererseits die Methodik von religiösem Ballast befreit zu praktizieren (wie es z.B. Stephen Mace praktiziert und in seinen Büchern beschreibt). Doch kannst Du mich gern in dieser Hinsicht korrigieren. Eine für mich gangbare Variante könnte darin bestehen, tatsächlich ENERGIE-Arbeit zu leisten, d.h. mit den dunklen Kräften zu arbeiten, die in der Regel verdrängt und gedeckelt sind und von den alten Kabbalisten nicht ohne Grund unterhalb des Baumes angesiedelt wurden.
Um bei Deinem Beispiel zu bleiben, ich betrachte dabei Zorn oder Aggressivität nicht von vornherein als böse, sondern als eine spezifische Form emotionaler Energie, die ich in mir trage und die mir zur Verfügung steht, ob ich das nun wahrhaben möchte oder nicht. Die Gut-und-Böse-Dogmatik greift hier nicht, weil Zorn in einigen Situationen sehr hinderlich und sehr wenig nutzbringend sein kann, in anderen dagegen wiederum mobilisierend und stärkend und die Energie der Wahl. Wenn mir ein Schlägertyp gegenüber steht, dessen Dämon Alkohol ihn dazu verleitet, mir ein paar auf die Mütze hauen zu wollen, dann wird mir Nächstenliebe und helle positive Energie in den seltensten Fällen etwas nützen, kinetische Energie in Form von schnellen Beinen oder finsterer Zorn als Quelle meines Widerstands dagegen sehr viel. :-)
Im tibetischen Buddhismus findet man das Bild, daß der Meister mit dem Dämon ringt und kämpft und ihn sogar tötet, aber trotzdem aus der Schädelschale des Dämons dessen Blut trinkt. Ich finde diese Allegorie immer wieder sehr schön, weil sie die zwei wichtigen Dinge zeigt, um die es hier geht: 1. Der Dämon darf keine Macht über mich haben (ich will „Herr im Hause“ bleiben) und 2. Die Kraft des Dämons zu verneinen und abzulehnen, ist falsch. Er ist trotzdem ein Bestandteil meiner Existenz. Ich bin mir eigentlich sicher, daß wir uns da völlig verstehen.
Du hast allerdings vollkommen recht, wenn Du dies als eine Art Gratwanderung darstellst, die Gefahren in sich birgt und die NICHT praktiziert werden sollte, wenn die eigene psychische Labilität den Dämonen mehr Chancen einräumt als der eigenen Willenskraft. Vielleicht habe ich darauf nicht explizit genug hingewiesen.
Es ist nicht richtig, daß ich in diesem Artikel NUR die Arbeit mit den dunklen Energien favorisiere, denn ich habe wörtlich geschrieben, daß wir als „neuzeitliche Wanderer auf den magischen Pfaden nicht AUSSCHLIESSLICH an der ... hellen und positiven Qualität“ interessiert sind. Nicht ausschließlich heißt aber, daß wir gut daran tun, nicht nur eine Seite der Polarität zu hätscheln, während wir die andere ablehnen. Schließlich gibt es auch zwei Säulen und eine dritte, die vereint ...
Ich möchte nicht verhehlen, daß trotz aller vermeintlichen Rationalität auch in meinem Artikel ein Hauch von religiösem Weltverständnis mitschwingt und zwar in Form der gnostischen Philosophie, die Jehova als Demiurgen Skepsis und der alten Schlange der Weisheit Sympathie entgegenbringt. Ein traditioneller Kabbalist würde sicher bei dem blasphemischen Vorschlag, dunkle Energie durch den Baum fluten zu lassen, Schauder empfinden, während ein ophitischer Gnostiker sich gern mit dem Gedanken vertraut macht, dieses Universum zu rütteln und zu schütteln, daß Väterchen Jehova dabei ganz schwindlig wird. :-) Das Konzept des Chaos kann völlige Zerstörung und Konfusion beinhalten, aber ebenso eine ungeahnte schöpferische Kraft darstellen ...
Indem ich die dunkle Energie einfließen lasse und gleichzeitig transformiere (indem sie in gewandelter Form über den Abyss hinausschießt), dient sie der Stärkung meiner Aura wie jede andere Form von Energie auch. Daß dies nichts mit selbstsüchtigen oder gar materiellen Wünschen zu tun hat, habe ich eigentlich im letzten Abschnitt dargestellt. Aber Du hast Recht, die fortgesetzte Praxis erfordert Selbstbeobachtung und notfalls wirkungsvolle Methoden der Bannung und Erdung, um unerwünschte Effekte auszuschließen. Es ist daher auf jeden Fall empfehlenswert, mit den bekannten und traditionellen Formen der Übung zu beginnen. Darauf sei an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich hingewiesen.
Frank Cebulla

* * *

Antwort von Christoph Lotte:
Ich denke, ich verstehe deinen Ansatz und habe nochmal nachgedacht. Du schreibst:
‘Über das WIE dieser Integration schweigt man sich hartnäckig aus.’ Nun, ich denke, daß hat seinen Grund. Diesen sehe ich aber eher darin, daß es nicht irgendwel-cher „magischen“ Rituale bedarf, um diese eigenen Dämonen zu integrieren, sondern einer harten Selbstanalyse. Bei allem, was mich von Außen bedrängt, sei es Zorn über ein Verhalten oder ähnliches, frage ich mich, warum dieses Verhalten mich eigentlich stört und suche die Ursache dafür in mir. Dadurch erreiche ich eine tiefe Selbstanalyse (natürlich mit „göttlicher“ Hilfe) und darüber überwinde und integriere ich meine Dämonen.
Die Kraft des Dämons zu verneinen und abzulehnen, ist falsch. Er ist trotzdem ein Bestandteil meiner Existenz.
Ja, aber er gehört nicht mehr zu mir, wenn ich seine Angriffspunkte erkannt und beseitigt habe. Habe ich das getan, und wirklich nur dann, würde ich mich an ähnliche Übungen machen, wie du beschrieben hast. Aber auch nur dann, wenn ich diese Technik nutzen wollte, um in Situationen Aggressionen o.ä. aus der Atmosphäre zu beseitigen, um anderen bei der Lösung ihrer Konflikte behilflich zu sein. Dafür kann ich mir das vorstellen. Aber ohne daß diese Dämonen schon vorher keine Macht über mich haben, würde ich nie an so etwas herangehen und magische Kanäle in diese Richtung graben. (Ich denke, du hast solche Selbstanalyse hinter dir.)
Ich bin mir auch nicht sicher, ob das Hauptanliegen der „Dämo-nenbeschwörer“ in der Überwindung der Dämonen besteht oder nicht eher in ihrer materiellen Nutzbarmachung.
Dein Beispiel vom „Überfall“ erinnerte mich an die Gewissensprüfung bei der Verweigerung, bei der die einzige Antwort wäre, daß es mir nicht passieren würde. Klingt komisch, ist aber nach den Gesetzen der Anziehung so.
Dieses Thema ist sehr Komplex und man könnte noch sehr lange darüber nachdenken. Mit freundlichen Grüßen
Christoph Lotte
P.S.
Ich glaube, wir verstehen beide, was der andere meint. Danke für den schönen Austausch.
Ich denke, daß diese Übung für dich nutzbringend sein kann und ist (sonst wäre sie dir nicht eingefallen), denke aber, daß dieser Weg deiner ist und der normale Weg der Integration erstmal über Selbstanalyse (welche schon schwer genug ist) zu erreichen ist.
Verschiedene Menschen - verschiedene Aufgaben.


Hallo Gundel, hallo Frank,
hier ein paar Gedanken die vielleicht in die nächste Ausgabe passen:
Macht korrumpiert - absolute Macht korrumpiert absolut -
Gott ist allmächtig, also ist Gott auch absolut korrupt-
Satan ist (traditionell) nicht ganz so mächtig wie Gott, also ist Satan auch weniger korrupt als Gott-
Frage: ‘Wem willst du folgen: dem allmächtigen aber absolut korrupten Gott oder denweniger mächtigen aber auch weniger korrupten Satan?’
Denke nach und triff die Wahl!
(P.S. Ich habe die meine schon getroffen:
Ich folge Keinem von beiden, sondern gehe selber voran!)
Fr. Non Serviam


Liebe Leser des GOLEM! Wir möchten uns an dieser Stelle für die eingesandten Leserbriefe, Meinungen, Kritiken etc. bedanken sowie für die interessante Diskussion zum Artikel „Himmel und Erde“ (Golem Nr. 10, S.37). Weitere Gedanken zu diesem speziell, so auch zu anderen Artikeln sind willkommen um hier veröffentlicht zu werden und letztlich nicht nur unsere Zeitschrift zu bereichern.
Wir freuen uns auf Eure Zuschriften.
Gundel und Frank
post@golem-net.de

 
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