Liebe GOLEM-Redaktion,
ich habe heute meine erste Golem Lieferung erhalten und muß sagen das ich nach einigem lesen absolut beeindruckt bin!
Das Layout eurer Zeitschrift ist bestens gelungen, die Themen sind sehr interessant und sehr informativ - ich kann mit Sicherheit behaupten daß sich meine Abonnierung gelohnt hat :-)
Mich würde das Thema magische Orden, wie beispielsweise der „Hermetic order of the golden dawn“, sehr interessieren, und daher möchte ich euch bitten mir einige Informationen darüber zuzuschicken oder es irgendwie in eine zukünftige Zeitschrift einzubringen, falls es keine Umstände macht.
Viel Erfolg weiterhin.
Mit freundlichem Gruß
Anton M.
Liebe GOLEM-Redaktion!
Der Geistbarde legte sein Pseudonym ab, arbeitet kräftig an seinem Stil und begeht gerade neue Ufer. Es ist also an der Zeit, auch mal wieder meine Meinung zum GOLEM zu entäußern.
Mit der Ausgabe Nr. 8 habt Ihr einen ganz besonderen Punkt in Eurer Entwicklung erreicht. Ich bin ein leidenschaftlicher Periodica-Leser und beziehe auch einige im Abonnement bzw. steuere mehreren auch einiges bei (so ja auch der aktuellen GOLEM-Ausgabe) und da freut es mich immer besonders, den GOLEM vierteljährlich zu erhalten.
Euch zum Vorteil gereicht sicherlich die Themenvielfalt und Euer offenes Herz für Literatur, Kunst und Kultur. Es ist dies eine Vorgehensweise, die empfehlenswert ist (Aspekte einer neuen Magie, die sich nicht hinter Hermetismen versteckt, so wie es auch Stephen Mace in seinen Essays schildert und der in Eurem Magazin eine zufriedenstellende Heimat gefunden hat) und die auch beweist, daß es nicht ein Dogma, eine Herrschermeinung gibt, der alle nachbeten müssen.
Daß meine eigenen Arbeiten in solch einem Kontext erscheinen, ist für mich Ehre genug, weiterhin für Euch neue „Aufträge“ zu erarbeiten.
Die Nr. 8 brilliert durch ausführliche Arbeiten, obwohl es natürlich auch Zeit für Neues ist, denn Serienveröffentlichungen haben zwar in sich, einen sehr großen Überblick zu verschaffen, ermüden aber nach einer gewissen Weile.
Daß Ihr größtenteils immer auch die Themen des Ausblicks einhalten könnt, spricht für eine gewisse Disziplin. He, he.
Doch vermisse ich noch ein wenig die Experimente. Ein Vorschlag: Was haltet Ihr denn von einer Gemeinschaftsarbeit mehrerer GOLEM-AutorInnen, die sich zu einem Thema ‘zusammenwerfen’ und aus ihren Blickwinkeln berichten?
Einen ersten Schritt in diese Richtung werde ich mit Tula von Irminsuls Astralvisionen versuchen und sie Euch dann nach gegegebener Zeit zukommen lassen.
Besonders diese Arbeit muß ich hervorheben, da sie sich anregend lesen läßt (ohne natürlich damit zu meinen, daß sie trivial ist) und sie viele Gedanken zum Verhältnis von Kunst & Magie aufwirft. Die biographischen Arbeiten zu Lovecraft und Levi sind beeindruckend, obwohl natürlich besonders Lovecraft eine ganz eigene Welt für sich darstellt. Bei Levi konzentriert sich der Artikel ja doch mehr auf sein Leben, aber sehr spannend zu lesen.
Ich wünschte mir auch mehr von Erfahrungsberichten des ganz eigenen Umgangs mit Magie, ohne aber jetzt in autobiographisches Gefasele zu verfallen.
Abschließend bleibt für den GOLEM eine große Zukunft vorbehalten und ich möchte darauf hinweisen, daß diese keine Schwärmereien eines jungen Poeten sind, sondern ernst gemeinte, wenn auch durchaus kritische Stellungnahmen zu einer
Zeitschrift für Magick, Gnosis und Metaphysik, die mir am Herzen liegt.
Ich werde noch länger für den Mitarbeiterstamm erhalten bleiben und auch die Vorstellung Eurer Zeitschrift, die ich demnächst für ein anderes Organ verfasse, wird wohl recht positiv-stimulierend wirken.
Mit besten und kreativen Grüßen
Dominik Irtenkauf / Geistbarden Dichtungslabor
Hallo Gundel,
Ich hatte mich sehr stark über Euer abgedrucktes MARS-Ritual gewundert. Nicht zu verstehen war/ist für mich, warum Ihr Euch neben so anspruchsvollen Themen und Gebieten wie bspw. der Golem-Magie solchen Arbeiten zuwendet, die meiner Meinung nach nur in einem großen und vertiefenden Kontext sinnvoll eingebracht werden können. Ein Panzer als Hintergrundsgrafik und dazu die kurze und meiner Meinung nach nicht wirklich gehaltvolle Einleitung zu dem Ritual, wie auch das – völlig aus dem Kontext/der Tradition gerissene – Ritual selbst, sind für mich sehr fragwürdige Bestandteile einer anspruchsvollen magischen Zeitschrift, die sich bewußt von den vielen oberflächlichen Veröffentlichungen auf diesem Gebiet absetzen möchte. Besteht hier nicht auch die Gefahr, ein Publikum anzuziehen, dass Ihr Euch eigentlich nicht wünscht? — Meine pragmatische Erklärung war dann: Euch fehlte schlichtweg besseres Material! *fggg
Camaysar (IAI)
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Antwort der Redaktion:
Danke für deine Kritik :-)
Sicher weist dieser Text seine Mängel auf und es ist wirklich nicht immer so einfach, nur ganz besondere und dazu noch perfekte Sachen zu bringen. (Und was ist perfekt?) Für uns war in diesem Hinblick der Praxisansatz wichtig. Es ist dahingehend nicht so leicht an Material zu gelangen. Der Golem soll allerdings auch ein Forum sein, was natürlich viel zu wenig, oft gar nicht genutzt wird um sich auszutauschen, nachzufragen, Kritik zu üben etc.
In diesem Sinne würden wir auf jeden Fall diese Wortmeldung von Dir als Leserbrief drucken wollen und das Ganze zur Diskussion stellen.
Daß ein Marsritual in der vorgestellten Form für Diskussion sorgen könnte, war uns durchaus bewußt. Wir hatten daher die Einleitung bei den Autoren angeregt, um überhaupt erstmal zu begründen, warum ein Marsritual in Zeiten von Kriegen, Völkerverfolgung und Machtspielen trotzdem Sinn machen kann. In der Tat bleibt die Einleitung diese Begründung mehr oder weniger schuldig. Wir werden aber den Autoren Deine Kritik zustellen, sodaß wir auf eine weitergehende Reaktion gespannt sind.
Den Panzer fanden wir übrigens doch sehr passend, schon aufgrund der gleichen Symbolik (schräge Kanone nach oben, Pfeil nach oben im Mars-Symbol) und Mars ist und bleibt nunmal der Gott des Krieges.
Wie man diesen Krieg auffaßt, bleibt eine Sache der persönlichen Interpretation (siehe z.B. den Begriff des Kriegers in Castanedas Büchern usw.). Und ‘Panzer’ als Begriff hält mehr bereit als eine Kampfmaschine (siehe z.B. Charakterpanzer bei Wilhelm Reich).
Gundel und Frank
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Antwort des Autors:
Erst einmal herzlichen Dank für den kritischen Kommentar zum Mars-Ritual. Es freut mich, daß hier der Bedarf einer Diskussion entstanden ist. Da ich mich für diesen Beitrag verantwortlich zeichne, will ich auf die Stellungnahme auch antworten.
Bedauerlich, daß der Artikel nicht gefällt und als unwürdig/sinnlos angesehen wird; erfreulich, daß er doch zu verwundern vermochte.
Nun zu den vorgebrachten mißlichen Empfindungen:
Bei diesem Beitrag handelt es sich expressis verbis um einen rituellen Versuch (!), der in dieser Form im Oktober 2001 zur Aufführung kam. Das wurde aber neben anderen bezüglichen Informationen bereits in der Einleitung offengelegt. Der geforderte große und vertiefende Kontext, der Einwand, hier würde Tradition mißachtet oder es könnte gefähr-licherweise unliebsames Publikum angezogen werden, weist meines Erachtens genau auf die Berührungsängste mit Mars, mit denen der Artikel sich auseinanderzusetzen auffordern wollte! Danke.
Aber genauer: die Planetenmagie, eingebettet im Strom abendländischer okkulter Tradition sollte nie Gegenstand des Beitrags sein und wurde, wohl irrtümlicherweise, zu weiten Teilen vorrausgesetzt. Derartige Informationen sind für den Interessierten ohne Aufwand in einschlägiger Literatur verfügbar. Deswegen halte ich ein Beispiel praktischer Umsetzung, als Vorschlag oder Inspiration für eigene Planetenarbeiten, für nutzbringender als weitschweifige theoretische Einführungen oder historische Reflektionen.
Die offensichtlich ideologisch motivierte und geäußerte Angst vor der bevorstehenden Gefahr, ein „spezielles Publikum“ anzuziehen, war für mich sehr aufschlußreich. Die ideologischen Kategorien, die die Sozialisation zimmert (gepaart mit persönlichen Vorlieben), werden ja immer gern bemüht, gemeinsam mit anderen abgeglichen um dann bei Übereinstimmung wohlwollend heimelige Gemeinschaft zu stiften. Vielleicht sind auch die Diskrepanzen nicht unwichtig. Offen gelassen ist leider auch, wem denn diesmal die Ehre zukommt, die Rolle des Unerwünschten zu geben. Wer ist also unerwünscht?
Ich halte jeden GOLEM-Leser für verantwortungsvoll genug und bin aus diesem Grunde nicht bereit, ihn moralisch zu entmündigen, respektive zu bevormunden. Ich teile die vorgebrachten Ängste also nicht.
Sicherlich ist Mars “problematisch” für viele; diese Irritationen waren beabsichtigt.
Vielleicht resultiert ja aus diesem Unwillen, sich genau dieser Kraft verantwortungsvoll anzunehmen, der recht desolate Zustand menschlichen Beisammenseins. Oder mit Pete Carrols Liber Bumerang:
“Ein mißachteter Gott ist ein geborener Dämon. [...] Verleugne die Aggression, um letztendlich auf das blutige Messer in Deiner zitternden Hand zu starren.”
Und: das Bild eines Panzers paßt schon zu Mars, oder?
Hoffentlich auf eine zweite Runde der Auseinandersetzung,
anspruchslos & oberflächlich ;-)
lo-tar.
Liebe Leser des GOLEM!
Wir möchten uns an dieser Stelle für die eingesandten Leserbriefe, Meinungen, Kritiken etc. bedanken sowie für die angeregte Diskussion zum „Mars-Ritual“ (Golem Nr. 8, S.28). Weitere Gedanken zu diesem speziell, so auch zu anderen Artikeln sind willkommen um hier veröffentlicht zu werden und letztlich nicht nur unsere Zeitschrift zu bereichern.
Wir freuen uns auf Eure Zuschriften.
Gundel und Frank post@golem-net.de