LESERREAKTIONEN und -BRIEFE
Golem Ausgabe Nr. 9


Lovecrafts Necronomicon Mythos

Shalom!
Da mich der Enthusiasmus des Autors des Necronomicon Artikels in Bezug auf Lovecraft ein bißchen gestört hat, dachte ich mir, ich könnte Euch mal zwei Links zukommen lassen, die eine Gegendarstellung beinhalten und auf die ihr in einer Eurer nächsten Ausgaben vielleicht in der Link Rubrik verweisen könntet. Viele Arbeiten mit den gängigen Necronomicon Handels Versionen sind sehr erfolgreich ohne sich auch nur einen Deut darum zu kümmern, ob die historische Authen-zität gegeben ist oder nicht. In Zeiten von IOT und Chaosmagie ist das sicherlich auch höchstens sekundär. Von daher ist eine krampfhafte Beweisführung diesbezüglich vergeudete Lebensmüh, genauso wie es in diversen Bibliotheken ausfindig machen zu wollen, um Lovecraft zu zitieren: „I feel quite guilty every time I hear of someone’s having spent valuable time looking up the Necronomicon at public libraries“ (Uncollected Letters, 37-38). Aber ich will hier ja keine Abhandlung schreiben, das hat Dan Clore bereits für uns getan.
http://www.geocities.com/SoHo/9879/necpage.htm
Hier vor allem die beiden Essays:
http://www.geocities.com/SoHo/9879/lurker.htm
http://www.geocities.com/SoHo/9879/nechist.htm
Ich schicke die Mail auch gleich an den Autor mit - mögest Du mir bitte das Verwenden der dritten Person verzeihen ;) - auf alle Fälle würde mich eine Stellungnahme diesbezüglich interessieren.
baba,
PAX ALTA by Szandor

* * *

Hallo Szandor,
über Deine Mail habe ich mich sehr gefreut. Mein Text über Lovecraft mag in der Tat ein wenig enthusiastisch klingen. Es ist auch schon einige Jahre her, daß ich Ihn verfaßt habe - er wurde nur erst jetzt im GOLEM veröffentlicht, wofür ich der Redaktion sehr dankbar bin.
Zu seinem Inhalt stehe ich heute so:
Die Zusammenhänge, die ich nenne sind alle aus der einschlägigen Literatur recherchiert; nichts ist von mir erfunden oder hinzugefügt. Allerdings stellt der Aufsatz eher eine Zusammenstellung dieser Fakten dar denn eine kritische Analyse. (Dank dem, der sich die Mühe macht und eine solche (Mammutarbeit) verfaßt. — Vielleicht finde ich ja entsprechendes unter Deinem Link; ich hatte bis jetzt noch nicht die Zeit, ihm zu folgen.)
Will man sich also über HPL und seine Verbindung und Ansichten über das Necronomicon informieren, so muß man sich dabei grundsätzlich an zwei Adressen wenden. A) An jene Gruppierungen, die das Necronomicon für authentisch halten und B) an jene, die es für eine wohl gelungene Fiktion halten. Mein Artikel faßt nun - und ich hätte dies ihm gerne in einem neuen Vorwort vorangestellt, wofür allerdings Zeit und Muße fehlten - die Argumente der Partei A) zusammen und gibt ein Bild von ihren Ansichten und Überzeugungen. Manche ihrer Argumente sind überaus bestechend und ohne Frage valide. Andere hingegen mögen falsche Schlüsse nahelegen, schlecht recherchiert oder sogar gänzlich falsch sein (so konnte ich z.B. die etymologische Analyse der Namen nur übernehmen - aufgrund fehlender Kenntnisse nicht aber verifizieren.)
Aus diesen Gründen haben wir - die Golem-Redaktion und ich - uns auch dazu entschlossen, dem Artikel ein aktuelles Interview mit H.R. Müller folgen zu lassen, daß wir bereits mit ihm führen konnten. Darin haben wir versucht einige der auch für uns fragwürdigen oder problematischen Elemente näher zu beleuchten und - sozusagen - anhand von Informationen aus erster Quelle zu untersuchen. Denn - wie man nun auch dazu stehen mag - die Materie an und für sich bleibt ungemein spannend.
Ich hoffe, meine Zeilen haben Dir ein wenig genützt und das Bild abgeschwächt, der Verfasser des Artikels würde seine Wochenenden und Feiertage in staubigen Bibliotheken auf der Suche nach Fußabdrücken der Großen Alten verbringen - dies so wenig übrigens wie auch die Redaktion des Golems so weit ich weiß. *fg*
Wenn es Deine Zeit erlaubt, freue ich mich über Deine Antwort.
Beste Grüße
Camaysar


Hallo Frank und Gundula
es ist immer wieder ein Genuß, den neuen Golem durchzublättern. Er ist einfach vom Layout her schon sehr ausgefeilt und wunderschön. Die Artikel haben ein hohes Niveau, auch wenn Camaysar sich mit dem Necronomicon etwas versteigt. Ich habe das mit Interesse gelesen, aber da der Autor zu oft nur Vermutungen äußert, bleibt es ohne Überzeugung. Ich habe an anderer Stelle (z.B. im Buch Abramelin) schon geäußert, daß ich es für eine Erfindung halte.
Ich möchte auch darauf hinweisen, daß gleichlautende Namen oder Synonyme für ein Werk, das ja keinen richtigen Eigennamen hat, auch zufällig existieren können. „Necronomicon“ ist im eigentlichen Sinn ein terminus technicus.
Es wäre dringlich, die Herkunft der neuen Necronomicon Ausgaben, das heißt, seine Spur im 20.Jh. zu verfolgen.
Zu dem Mace-Text über Tula von Irminsul kann ich gratulieren. Er ist ein Autor, der viel zu sagen hat und es ist schön, daß er endlich mehr gedruckt wird. Die wunderbaren Bilder kenne ich im Original und freue mich, daß Ihr (trotz Unschärfe) alle Feinheiten, sowie silber- und goldtöne herausbringt, die ja schwer wiederzugeben sind.
Übrigens ist es in England ein verbreitetes Hobby, in alten Kirchen und Friedhöfen von diesen feingezeichneten Reliefs wie es die geflügelten Totenköpfe sind, mit schwarzem Stift solche „rubbings“ herzustellen. Bleibt noch zu erwähnen, daß sie symbolisch den Ophanim, einer Engels-Hierarchie sehr ähneln. Moyra Caldecott (eine Autorin beim Verlag Neue Erde) hat sich mit einem frühzeitlichen Herrscher von Bath beschäftigt, der ebenfalls mit Flügeln am Kopf dargestellt wird.
soweit für heute,
alles Liebe und viel Glück
Georg Dehn


Liebes GOLEM-Team,
zunächst erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort auf meine letzte Mail und den Tip, die Statements von DeWitt auf dessen Homepage zu lesen.
Ich hatte ja den GOLEM vorher nur einmal kurz in der Hand, nun hab ich selbst einige Ausgaben im Haus, (die übrigens superschnell bei mir eingetroffen sind *freu*). Und ich muß sagen, daß ich Euer Werk jetzt erst recht hervorragend finde. Wirklich wahnsinnig informativ und zum (Weiter)Denken anregend. Besonders gut finde ich Euren, ích nenne es mal „wissenschaftlichen Stil“, also die saubere Zitation und die umfangreichen Quellenangaben. Außerdem finde ich auch den Umschlag des GOLEMS sehr gelungen. Bin mal gespannt, in welchen Farben die anderen Ausgaben mich erfreuen werden ;)
Jedenfalls bin ich so begeistert, daß ich selbstverständlich die noch nicht vorhandenen Ausgaben nachbestelle.
Also nochmal vielen Dank für Eure erstklassige Arbeit und viele Grüße aus Halle.
Euer David Köster

 
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