SCHÖPFUNG AUS DEM LEHM

Der Golem in Geschichte, Mythos und Magie
von Frank Cebulla

Teil 2 (erschienen im GOLEM Ausgabe 2 Samhain 2000)


„Und alle jene ägyptischen Zauberer, die irgend ein Wesen erschaffen hatten, erkundeten durch Dämonen oder mit Hilfe irgend einer Weisheit die Ordnungen der Sphären, nahmen Erde von unter dieser Sphäre und erschufen was sie wollten. Hingegen hatten jene Rabbiner, die einen Menschen oder ein Kalb machten, das ‘Geheimnis’ gekannt; sie nahmen Erde von hinter den Füßen des ‘Reitwagens’, sprachen darüber den Schem, und das Wesen war erschaffen."[1]

„Er schuf die Wirklichkeit aus dem Chaos und machte das Nichts zum Sein."
Sefer Jezira II,6 [2]

„Bezalel wußte diejenigen Buchstaben zusammenzufügen, mittelst welcher Himmel und Erde geschaffen worden sind."
Berachoth 55a[3]


Unter der unbewußten oder tatsächlichen Tarnkappe des frommen Werkes und der Gottesfurcht waren die alten rabbinischen Magier - zwar sicher in unterschiedlichen Abstufungen - offensichtliche Ketzer, die sich auf eine Stufe mit Gott stellten und gleich ihm fähig waren (oder sein wollten), aus Lehm ein Wesen zu formen und mit Hilfe des Lebensodems und kabbalistischer Formeln zu beleben. Diese Anschauung dürfte aus dem ersten Teil dieses Artikels klar geworden sein und erscheint zudem in einem noch viel krasseren Licht, wenn man sich vergegenwärtigt, daß in der Thora, dem Heiligen Gesetz des Judentums, an dem kein sprichwörtliches Jota geändert werden darf, jedwede Art von Orakel, Wahrsagerei, Beschwörung oder gar Zauberei bei schlichter Todesstrafe (!) verboten ist. „Wenn ein Mann oder eine Frau Geister beschwören oder Zeichen deuten kann, so sollen sie des Todes sterben; man soll sie steinigen; ihre Blutschuld komme über sie" (Lev. 20,27)[4]. Für die Talmudisten als Vertreter des jüdischen Gesetzes begann der Aberglaube dort, wo die herrschende Religion aufhörte[5]. Interessanterweise nannten die Talmud-Lehrer den magischen „Aberglauben" oft „die Sitten des Emori". Mit Emori waren die Amoriter gemeint, einer der sieben kanaanitischen Stämme, die durch die israelitische Einwanderung ins „Gelobte Land" vertrieben, letztendlich ausgelöscht wurden. Nach der Ursilbenlehre kann man diese Amoriter auch als A-Mor-i = Unsterbliche verstehen[6], gewissermaßen als Spezialisten der magischen Gottwerdung des Menschen!
Wenden wir uns jedoch im folgenden einer Frage innerhalb des Golem-Themas zu, die sich weniger am spekulativen Mystizismus, als an einer wie auch immer gearteten Realität orientiert: Was also taten die altjüdischen Magier bei der Erschaffung eines Golems wirklich? Muß man davon ausgehen, daß es wirkliche Golems gegeben hat, aus Lehm geformte und zauberisch belebte Wesen und wenn ja, wie wurden sie hergestellt? Oder bleibt alles mystische Fiktion, märchenhafte Volkslegende?
Um uns der Beantwortung dieser Frage zu nähern - und mehr als eine Annäherung scheint kaum möglich -, müssen wir uns in die verwickelten und rätselhaften Tiefen der Kabbala stürzen und um das Verständnis ihrer Geheimnisse ringen.
Um einen Golem zu erschaffen, soll man den alten Überlieferungen zufolge in festgesetzter, streng ritueller Art und Weise vorgehen. Der Magier arbeitet nicht allein, sondern holt sich mindestens zwei weitere „Kollegen" zur Unterstützung[7]. Die angehenden Golemschöpfer reinigen sich vor Beginn der Arbeit sowohl physisch als auch spirituell (durch das Sprechen von Psalmen und Gebeten) und legen weiße Gewänder an. Gearbeitet wird nachts, vorzugsweise in der vierten Stunde, „wo das Dunkel am dichtesten ist und an die Zeit vor der Erschaffung der Welt erinnert."[8] Der Golem wird aus „jungfräulichem" Lehm geknetet, Erde von einem Ort also, wo kein anderer Mensch vorher gegraben hat und der daher unberührt ist. Für das Kneten verwendet man außerdem reines (Frühlings-)Wasser direkt aus der Erde; in einem Gefäß transportiertes Wasser ist wertlos. Nach dem fertigen Formen der Golem-Gestalt kann man mit dessen Belebung durch magische Formeln beginnen. Spätestens an dieser Stelle sehen wir uns einem hoffnungslosen Durcheinander von Verfahren gegenüber, die es einem schwer machen, eine wirklich nachvollziehbare oder gar praktikable Variante herauszufiltern. In den einfachen Volkslegenden umschreiten die Magier den liegenden Golem jeweils sieben Mal, während sie den Elementen zugeordnete Anrufungen intonieren. Aus dem evozierten Feuer erhält der Golem seine Lebenskraft und erhitzt sich bis zur Glut; die Kräfte des Wassers löschen diese Glut und lassen aus der warmen Feuchtigkeit den physischen Körper mit Haaren, Haut, Blut, Nägel usw. entstehen; die angerufene Elementarkraft der Luft bringt als letztes den Geist. Dem Golem wird dann ein Pergament mit einem „Zauberspruch" unter die Zunge gelegt und damit endgültig auf die Beine geholfen. Der Inhalt des „Zauberspruchs" bleibt trotz Hinweis auf den Gottesnamen (auf den wir noch zurückkommen) nebulös. Selbst ein mit den Elementalen auf Du und Du stehender Magier dürfte mit dieser Vorgehensweise seine Probleme haben, weshalb wir diese Berichte getrost in den Bereich des Fabelhaften verweisen können.
KabbalaEtwas völlig anderes ist es, wenn wir auf die Anweisungen der alten Kabbalisten selbst und damit auf die Verwendung des heiligen hebräischen Alphabetes mit seinen 22 Buchstaben zurückgreifen. In fast allen alten Hochkulturen besitzt die Benutzung der jeweiligen Alphabete etwas unbestreitbar Magisches. „Am Anfang war das Wort"[9], heißt es und so sind die Bestandteile des Wortes, die Buchstaben, ebenfalls von göttlicher Schöpferkraft erfüllt[10]. „Die Buchstaben des Alphabets, um wieviel mehr noch die des Gottesnamens oder gar die der ganzen Tora, die ja das Instrument Gottes bei der Schöpfung war, haben geheime, magische Gewalt."[11]
Bleiben wir vorerst beim Gottesnamen als mächtigstem Instrument der magischen Schöpfung. Dem fertigen Golem wird ein Schem in den Mund geschoben, auf dem der magische Name Gottes steht und der ihn endgültig zu einem lebensfähigen und beseelten Wesen macht. Schem, mw, bedeutet selbst Name oder Zeichen[12]. In Jesaja 42,8 steht: „Ich bin hvhy, so ist mein Name."[13] hvhy, JHVH, ist das berühmte Tetragrammaton, der vierbuchstabige Heilige Name Gottes, zu dem auch Crowley in seiner „Magick" bereits einige denkwürdige Sachen geschrieben hat[14]. Gelegentlich wird behauptet, daß es keine (richtige) Aussprache für JHVH gibt, aber die vielen Verbote in den jüdischen Gesetzen, den Namen auszusprechen, zeigen, daß ursprünglich sehr wohl eine existierte. Da jedoch das Aussprechen des Tetragrammaton „Welten erschaffen und zerstören" kann, ersetzt man noch heute beim Vorlesen der Thora JHVH durch Adonai. In älteren Zeiten wurde JHVH durch hy, JH (Jah gesprochen) oder doppelt hyhy repräsentiert. Der Gottesname durfte - einmal geschrieben - nicht gelöscht oder radiert werden, auch nicht einzelne Buchstaben. An einer Stelle des Talmuds heißt es: „Wenn jemand einen Gottesnamen schreibt, darf er nicht einmal dem ihn begrüßenden König antworten, bevor er geendet hat."[15]
Besonders in der zauberischen Tradition steht häufig vhy, JHV in Vertretung für das vollständige Tetragrammaton. Dies geschieht nicht ohne Grund. Die erwähnte zauberische Tradition fand ihren Niederschlag in sogenannten Zauberpapyri, von denen heute noch einige in Museen verstauben und die meist in griechischer Sprache geschrieben sind. Wenn wir vhy, JHV (gesprochen Jaw) ins Griechische übertragen und wissen, daß das hebräische Waw v nicht nur v (w), sondern auch o sein kann, erhalten wir IAO, den Heiligen Namen der Gnostiker, dem ebensoviel Macht zugesprochen wurde![16]
Neben dem Tetragrammaton behauptet die Sekundärliteratur zum Golem oft, daß der sogenannte Schemhamphorash, wrvpmh mw, der 72-buchstabige Name Gottes als belebende Kraft verwendet wurde. Daneben werden auch rätselhafte 12- und 48-buchstabige Gottesnamen erwähnt. Die diesbezüglichen Spekulationen sind völlig unklar und so gibt auch Ludwig Blau in seinem Buch „Altjüdisches Zauberwesen" unumwunden zu: „Über wrvpmh mw weiss man nicht mehr aus und ein vor lauter Erklärungen."[17] Oft wird als Lösung des Problems angegeben, daß es sich beim Schemhamphorash um die jeweils 72 Buchstaben der Verse 19 - 21 im Buch Exodus (2. Buch Moses) der Thora handelt. Doch schauen wir uns einmal folgendes kabbalistisches Schema an:

hvhy
hvhy h
hvhy hv
hvhy hvh
hvhy hvhy
hvhy hvhy h
hvhy hvhy hv
hvhy hvhy hvh
hvhy hvhy hvhy

Es stellt eine Ausformung des Tetragrammatons zu dreifacher Vervielfältigung dar. Die erste Zeile ist der 4-buchstabige Name; die letzte Zeile enthält 12, die letzten vier Zeilen aber 42 Buchstaben. Das gesamte Schema besteht aus 72 Buchstaben![18] Meiner Meinung nach haben wir hier möglicherweise den eigentlichen Schem vor uns, der dem werdenden Golem unter die Zunge geschoben wurde und die Kraft besitzt, ihn zu einer nephesh chaja, hyc wpn, einer lebendigen Seele, zu machen[19]. Wenn man sich zudem die elementaren Zuordnungen des Tetragrammatons anschaut, wird klar, warum immer drei Magier zusammenkommen und diese die aktiven Elemente repräsentieren müssen:

y = 2. Sephira Chokmah = Wasser = m = rechte Säule im Baum des Lebens
h = 3. Sephira Binah = Feuer = w = linke Säule
v = 4. - 9. Sephira = Luft = a = mittlere Säule

Die den Elementen zugeordneten, sogenannten Mutter-Buchstaben w, m und a ergeben zusammen das Wort amw, Schema![20]
Bevor man jedoch den Golem mit dem Schem endgültig erweckte, mußten alle seine Glieder einzeln belebt werden. Um dies zu bewerkstelligen, griff jeder Adept, der etwas auf sich hielt, auf die verschlüsselten Anweisungen eines uralten Buches zurück, dessen Ruhm in der Kabbala seinesgleichen sucht: das Sepher Jezira oder Buch der Schöpfung. Dieser wahrscheinlich ca. 2000 Jahre alte Text vermittelt in einer schwer zu verstehenden mystischen Sprache die magische Anwendung der 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets und wurde demzufolge (zusammen mit dem fast unbekannten Manuskript des Sepher Raziel) zu Zauberzwecken benutzt. Im Vers 2:2 heißt es: „Zweiundzwanzig Buchstaben: Er gravierte sie, Er meißelte sie, Er permutierte sie, Er wog sie, Er transformierte sie, und mit ihnen bildete Er alles, was geschaffen ward, und alles, was geschaffen wird."[21] Mit dem Er ist zweifellos Gott gemeint, doch durch das Fehlen der Vokale in der hebräischen Schrift kommt ein merkwürdiges grammatikalisches Phänomen zustande: die in ausnahmslos allen Übersetzungen angegebene 3. Person ist nämlich auch durch den Imperativ ersetzbar. Damit liest sich der Vers auf einmal ganz anders: „Graviere sie, meißele sie, permutiere sie ..." usw. - eine unmißverständliche Aufforderung zu magischem Handeln (wenn man weiß, was mit gravieren usw. wirklich gemeint ist)!
Gemäß dem Thora-Satz „Die Erde war Chaos und Leere" (Gen. 1,2)[22] definiert das Sepher Jezira das Chaos als Ursubstanz der magischen Schöpfung. In dieses Sein, das eigentlich Nichtsein ist (oder beides) stellt der Text die geheimnisvollen 231 Tore „in einem Kreis wie eine Mauer", die aus den 22 Buchstaben gebildet werden. Sie stellen die 231 mathematisch möglichen Verbindungen zweier Buchstaben des Alphabets dar, wenn sich keine Kombination wiederholt[23]:

Die 231 Tore

In der Kabbala (z.B. auch im Sohar) ist häufig von den „32 Pfaden der Weisheit" die Rede. Das hebräische Wort für Pfad, bytn, Nativ hat den Wert 462, also exakt 2 x 231. In einer Matrix von 231 Verbindungen gibt es jeweils 462 Buchstaben. Die beiden Konzepte für die Pfade sind also verwandt[24]. Seltsamerweise sind die von den Kabbalisten konstruierten Matrizen (11 an der Zahl[25]) nicht mit der logischen Matrix, wie sie aus einer mathematischen Kombination der Buchstaben entsteht, identisch. Es ist nicht klar, ob dies nur der Verwirrung und Tarnung des magischen Wissens diente oder aus welchen Gründen sie dies taten. Offensichtlich wurden jedoch gerade diese elf Matrizen zur Schaffung eines Golems verwendet.

Matrix1Matrix2

An dieser Stelle müssen wir uns auf das Wesentliche beschränken, da die Darstellung der komplizierten Materie leicht ein kleines Buch füllen würde. Das kabbalistische Ritual bestand darin, jeden Buchstaben zu visualisieren (=gravieren), im Bewußtsein zu halten und von anderen Gedanken abzutrennen (=meißeln) und ihn mit den anderen Buchstaben im Sinne der 231 Tore zu kombinieren (=permutieren). Der Kreis mit allen Toren mußte vollständig visualisiert werden, was für sich allein schon als eine unübertreffliche Leistung erscheint. Die Tore (=Paare) wurden dann Buchstabe für Buchstabe vibriert oder gesungen - zuerst Aleph mit allen Buchstaben, dann weiter zu Beth mit allen Buchstaben usw. den gesamten Kreis hindurch. Ein anderes Verfahren bestand darin, die Paare der erwähnten Matrizes zu intonieren. Doch der Schwierigkeit nicht genug. Jeder Buchstabe eines Paares wurde beim Singen mit allen fünf Vokalen (u, a, i, e, o) und den vier Buchstaben des Tetragrammaton kombiniert. Für Aleph a und Beth b sieht das z.B. so aus:

Matrix3

Über die Reihenfolge der Vokale gibt es je nach Quelle unterschiedliche Auffassungen. Aryeh Kaplan, der brillante Kommentator des Sepher Jezira, hält es für „gefährlich", Experimente zur Ermittlung einer „richtigen" Reihenfolge anzustellen. Abu Abulafia schlägt sogar nicht nur die 20 einmaligen, sondern die 50 möglichen (incl. der Umkehrungen) Kombinationen vor.[26]
Jeder Buchstabe des Alphabets ist auch einem Körperteil zugeordnet. Um einen Golem zu schaffen, muß man Glied für Glied durch die Intonierung der entsprechenden Buchstaben-Matrizen kreieren, darf dabei aber die bereits geschaffenen Glieder nicht aus der mentalen Konzentration entschwinden lassen. Wiederum eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe! Die Kabbalisten lehren, daß das gesamte Werk im „Chokmah-Bewußtsein" durchzuführen ist. Binah repräsentiert dabei das Chaos (Feuer), aus dem durch Chokmah (Wasser) Strukturen herausgelöst werden. Chokmah, hmkc hat den Zahlwert 73 - genau wie Golem, mlg!
Kabbala2Das Singen der Buchstaben soll möglichst schnell und ohne Absetzen praktiziert werden. Wenn man es schaffen sollte, etwa zwei Aussprachen pro Sekunde zu intonieren (ziemlich schnell), benötigt man nach meiner Berechnung ca. 30 Stunden ununterbrochenen Intonierens, um den Golem zu vollenden! Dabei versteht es sich von selbst, daß man die Tore der Matrizen möglichst auswendig können und nicht ablesen sollte. Ein gigantischer Akt! Vergegenwärtigt man sich noch einmal in Ruhe, was in diesem Ritual stattfindet, so ist klar, daß es sich im eigentlichen Sinne um eine durch mantrisches Singen höchster Komplexität induzierte magische Trance handelt. Es wundert daher nicht, daß sich die Vertreter der ekstatischen Kabbala, allen voran der berühmte Abu Abulafia, für diese „Übung" interessierten. Sie sahen die Golemmagie ausdrücklich nicht als materiellen Vorgang, sondern als imaginären, meditativen Schöpfungsakt, der der Prüfung der Fähigkeiten des kabbalistischen Adepten diente und selbst den fähigsten Meistern alles abverlangte. Damit wäre der Golem ein astral geschaffenes Wesen und Abulafia verspottete folgerichtig all diejenigen als „närrisch", die glaubten, mit Hilfe des Sepher Jezira Kälber, Hirsche[27] oder gar Menschen machen zu können. Ein aus Lehm geformter Körper hätte dann maximal als Konzentrationshilfe dienen können. Auf der anderen Seite läßt sogar ein so moderner Autor wie Kaplan durchblicken, daß materielle, aus Lehm geschaffene Golems zwar selten, nichtsdestotrotz aber existierten und produziert damit das Geheimnis von neuem. Die Künste des Sepher Jezira werden von den Kabbalisten auf den Stammvater Abraham zurückgeführt, denn im Text heißt es: „Und er [Abraham] band die 22 Buchstaben der Thora an seine Zunge ... Er zeichnete sie in Wasser. Er flammte sie mit Feuer. Er erregte sie mit Geist ... usw." (6:7). Abraham schien sehr erfolgreich mit seiner Magie gewesen zu sein. Im Vers 5 der Genesis (1. Moses) heißt es, daß Abraham und Sara „die Seelen, die sie in Haran gemacht hatten" mit auf ihre Wanderung gen Westen nahmen![28]
Das hebräische Wort für Seelen, Nephaschoth aber kann auch Personen oder menschliche Körper bedeuten ...

Golem

Anmerkungen:
[1] R. Mose Taho, „Schrift der Aufrichtigkeit" (13. Jh.), zitiert nach Hans Ludwig Held, Das Gespenst des Golem, München 1927 [Zurück]
[2] Aryeh Kaplan, Sefer Jezira - Das Buch der Schöpfung in Theorie und Praxis, Berlin 1994 [Zurück]
[3] Nach einem talmudischen Bericht des Rabha, zitiert nach Ludwig Blau, Das altjüdische Zauberwesen, Budapest 1898 o. Graz 1974 [Zurück]
[4] siehe auch Ex. 22,17 und Deut. 18, 9 - 13! [Zurück]
[5] „Das Wunder ist legitime Zauberei, die Zauberei ist das illegitime Wunder." (Soldan)[Zurück]
[6] Mor - siehe mort[e] (in roman. Sprachen für Tod), mortal[ly] (im Engl.), Mortalität (Sterberate), morbid, Moor, Morast u.ä., außerdem Amor (nach Hesiod „der schönste der ewigen Götter" mit dem Chaos als Urmutter), amorph, Amortisation, amoroso, amoralisch usw. [Zurück]
[7] In einigen Berichten repräsentieren die drei Magier die drei Elemente Feuer, Wasser und Luft, während der Golem selber für die Erde steht. [Zurück]
[8] Eduard Petiška, Der Golem, Jüdische Märchen und Legenden aus dem alten Prag, Berlin 1972, S. 77 [Zurück]
[9] Joh.-Ev. 1,1 [Zurück]
[10] Zu Wissen und Brauchtum um das Alphabet siehe Franz Dornseiff, Das Alphabet in Mystik und Magie, Leipzig 1922. Es gab auch eine Vielzahl diesbezüglicher Volksbräuche, die nicht zuletzt noch heute in Alphabetkuchen, Russisch Brot oder Suppennudeln das beredte Bemühen aufzeigen, die „Weisheit mit Löffeln zu fressen". [Zurück]
[11] Gershom Scholem, Die Vorstellung vom Golem in ihren tellurischen und magischen Beziehungen, in: Zur Kabbala und ihrer Symbolik, Frankfurt/M. 1992, S. 219 [Zurück]
[12] Zahlwert 340. Worte mit gleichem Zahlwert (die nach der Kabbala alle in einem inneren Zusammenhang stehen) sind z.B. Hüter, Buch, Schreiber, Schrift, Tätowierung, Sicherheit u.a. [Zurück]
[13] Die Lutherische Übersetzung ‘Herr’ für hvhy wird dem komplexen Prinzip des Tetragrammaton nicht mal annähernd gerecht. [Zurück]
[14] Aleister Crowley, Magick, Bergen 1992, Bd. 1, S. 295 [Zurück]
[15] zit. nach Blau [Zurück]
[16] Crowley ist der Auffassung, daß IAO und Tetragrammaton zwar etymologisch miteinander verwandt sind, sonst aber zwei völlig verschiedene Konzepte darstellen. Ich bin da anderer Meinung. Der gemeinsame Ursprung von Gnosis, jüdischen Mysterien und antiker Magie liegt in Ägypten. In den Anrufungen der Zauberpapyri (z.B. Pap. Paris 3025) stehen reihenweise jüdische, antike und ägyptische Gottesnamen nebeneinander, von gestrengem jüdischem Monotheismus, der selbst auch nur ein Abbild der ägypt. Amarna-Zeit ist, kann keine Rede sein. [Zurück]
[17] Blau, S. 124 [Zurück]
[18] Blau, S. 144 [Zurück]
[19] Ein anderes überliefertes Schema zeigt folgende Anordnung:

y
hy
vhy
hvhy

Mit den bekannten Zahlwerten y=10, h=5 und v=6 ergibt sich:
1.  Zeile:                10
2.  Zeile:                15
3.  Zeile:                21
4.  Zeile:                26
                        = 72 !
Doch ist zu beachten, daß hier die 72 nicht die Anzahl der Buchstaben, sondern den sich als Summe ergebenden Zahlwert darstellt.
Held, S. 193 [Zurück]
[20] Die in der modernen magisch-kabbalistischen Literatur Bewanderten mögen sich über die Zuordnungen Chokmah - Wasser und Binah - Feuer wundern, doch sind diese die authentischen Korrespondenzen des Sepher Jezira. Zu näheren Kommentaren siehe Kaplan, Sepher Jezira. [Zurück]
[21] Kaplan, S. 126 [Zurück]
[22] Im Hebräischen vht, Tohu und vhb, Bohu, woher auch unser umgangssprachlicher Ausdruck Tohuwabohu für ‘Durcheinander’ herrührt. Luther übersetzte: „Und die Erde war wüst und leer" und verfehlte wie immer dabei das Wesentliche. Kaplan schreibt in seinem Jezira-Kommentar: „Tohu kennzeichnet reine Substanz, die keinerlei Information beinhaltet. Bohu ist reine Information, die sich auf keinerlei Substanz bezieht." (Kaplan, S. 100)[Zurück]
[23] A und B wird z.B. also nur einmal verbunden, die Kombinationen AB und BA gelten als gleich. [Zurück]
[24] Interessant auch, daß selbst Israel, hebr. larwy Ishrael durch eine kabb. Umformung auf 231 zurückgeführt wird: alr wy bedeutet nämlich ‘Da sind 231"! [Zurück]
[25] Eigentlich gibt es für jeden Buchstaben eine Matrix, wobei jede Zeile der Matrix mit diesem Buchstaben beginnt. Doch ab dem 12. Buchstaben sind die Matrizen nur noch Umkehrungen der Paare der ersten 11 Matrizen. Man sagt, daß die ersten 11 Matrizen die Sephiroth (einschl. Daath) repräsentieren, die anderen 11 Matrizes dagegen die Rückseite des Baumes mit den Kellipoth! [Zurück]
[26] Also AoYo, AoYa, AoYi, AoYu, dann AaYo, AaYa, AaYe usw. durch alle Vokale, dann YaAo, YoAa, YoAe usw. und das wiederum durch die vier Buchstaben des Tetragrammatons hindurch. [Zurück]
[27] „Jehoschua ben Hananja habe sich gerühmt, mit Hilfe des Buches Jezirah aus Gurken und Kürbissen Hirsche und Rehböcke machen zu können" (Sanhedrin VII, Hal. 19); Held, S. 36 [Zurück]
[28] Luther übersetzte falsch: „... die Menschen, die sie erworben hatten". [Zurück]

Bilder in diesem Artikel:
Die 231 Tore, die Matrizes und Vokalisierungen stammen aus:
Aryeh Kaplan, Sefer Jezira, © Rita Ruther Verlag, Edition Gaia, Berlin 1994
Titel: Hadit Verlagsarchiv
Kabbala-Montagen:http://web.wt.net/~cbenton/hoj.htm
Golem am Ende: http://members.tripod.co.uk/Blacklotus/Members.htm

Sefer Jezira (engl.) im Internet:
http://web.wt.net/~cbenton/sefer/sefer.htm


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