Stefan Paech
HexenwächterIch muß es gleich am Anfang sagen: Bücher wie dieses von Stefan Paech besitzen meine ungeteilte Sympathie. In Zeiten von Teen-Witches und Hexenrezeptbüchern stehen solche Bücher für die idealistische Überzeugung, daß individuelle Werke außerhalb des marktorientierten Mainstreams ihren grundsätzlichen Wert besitzen, selbst dann wenn sie nur von einer Minderheit unverbogener Leute gekauft werden. Eine solche Überzeugung ist finanziell untragbar, existenzgefährdend und verschroben, aber gleichermaßen wundervoll!
Der „Hexenwächter“ im ungewöhnlichen A4-Format ist eine sehr schöne Mischung aus Fotoband, Ritualbuch, Poetik und magischer Tradition. Die inhaltliche Systematik folgt der Art und Weise eines Arbeitsbuches. Nach einleitenden Kapiteln zum Zaubern allgemein und der Tradition, aus der das Buch schöpft, folgen Anregungen, Rituale, Liedtexte und altes Wissen zu den Elementen und Reichen, Räucherungen, magischen Waffen und Gegenständen, dem Jahreskreis, den Ahnen, Kraftorten, Kräutern usw.
Es ist sehr anregend und für angehende Hexen und Zauberer mehr als inspirierend, die vielen Fotos mit selbst hergestellten magischen Werkzeugen und dem heidnischen Leben gewidmeten Gegenständen zu betrachten. Der große Vorteil des „Hexenwächters“ besteht darin, daß er zwar Wissen vermittelt, aber so oft es nur geht, Intuition und Inspiration mit einfließen läßt. Daher spricht aus ihm der Fluß lebendig gelebter Magie und die Sensibilität von Menschen, denen Natur, Selbstentwicklung und das Wissen der Ahnen am Herzen liegen.
(FC)