DAS GRAUE BUCH

- Thee Greyer Book -
Teil 2

Originaltitel: „Thee Greyer Book" © TOPY 1982 - 2001
Deutsche Erstveröffentlichung durch Sebastian Neitsch
in der Internet-Newsgroup FIDO.GER.MAGIE vom 14.09. - 02.10.99
Deutsche Übersetzung von Sebastian Neitsch und S. Axe


Fortsetzung aus der Ausgabe Nr. 4

Unsere Befassung ist das Individuum in der modernen Welt. Dementsprechend sind unsere Methoden darauf angelegt, den heute vorherrschenden Begleitumständen gerecht zu werden. Sie sind nicht okkult in dem Sinne, in dem das Wort gewöhnlich verstanden wird, nur der intuitive Gebrauch dessen, was wir bereits wissen, auf einen Zweck ausgerichtet. Es ist eine Maximierung der Kräfte des Gehirns, ein Zusammenkommen von bewußtem und unterbewußtem Willen, so daß sich das Individuum durch den Gebrauch von Sigillen in Richtung eines begehrten Zieles bewegen kann, frei vom Zwang (1) verwirrter Ideale und persönlicher Widersprüche.

Ungleich vielem, was okkult genannt wird, verlassen wir uns nicht auf Dogma, Mystifikation, Referenzen auf Orthodoxien oder die Nachahmung von vormals effektiven, doch jetzt überflüssigen Ritualregeln. Wir glauben, daß die benötigte Stärke bereits in jedem von uns lebt. Es ist einfach so, daß wir klaren Sehens bedürfen und aufgrund dieser Vision handeln. Natürlich wird diese Vision heftig (2) persönlich sein, nicht das Diktat irgendeines Anderen, der versucht, seinen Willen dem Individuum aufzuzwingen, der nichts dem Zufall überläßt und uns sagt, daß die Abweichung von der allgemeinen Übereinkunft (3) eine Sünde sei.

Viel Energie wird darauf verschwendet, über die Gültigkeit von vielem zu streiten, was unter den allgemeinen Oberbegriff „okkult" fällt, ob Sachen real oder imaginiert seien. Ein Großteil der Indizien ist bisher verwirrend, bruchstückhaft oder zur Deckung eines gegebenen Bedarfs erzeugt. Es ist viel besser, „okkulte" Erfahrungen zu akzeptieren, wie sie auftauchen; sie persönlich anzuerkennen und zu interpretieren, ohne zu versuchen, sie in ein vordefiniertes System einzupassen.

Die Sigil stärkt grundlegende menschliche Fähigkeiten, läßt das intuitive Verständnis von den Verhältnissen zwischen Ereignissen wieder aufleben, zerbricht lineare Arten zu denken, die nur Tunnelvision bieten und Antworten, die in der Frage selbst definiert liegen. Der Tempel glaubt, daß der beste Richter der Wahrheit die Erfahrung sei, kombiniert mit einer Einstellung, die einen scharf unterscheidenden Blick hervorbringt, der weder durch Vorurteile noch durch Angst gehemmt wird.

Die Sigil ist das innerliche Arbeiten des Gehirns veräußerlicht, die Manifestation umfassenden Willens, nach außen zu positiver Aktion gerichtet.

Der Moment des Orgasmus ist dem Prozeß zentral. Er ist besonders, und es sollte alles getan werden, um ihn dazu zu machen. Daher schmücken wir den Moment, wie wir es mit einem Juwel tun würden, mit allen Arten von Gegenständen und Handlungen, die kostbar und persönlich sind. Wie Geschenke für einen Liebhaber weihen wir den Moment der Liebe.

Wir sagen, daß man den Raum oder Bereich der Arbeit besonders gestaltet. Dasselbe sagen wir von der inneren Stimmung, denn so der eine physischer Natur ist, ist die andere psyckisch, und unser Ziel ist es, diese beiden zu einem einzigen Zweck zu vereinen. Im Sex wird das physische Selbstbewußtsein zugunsten intensivierten sinnlichen Vergnügens aufgegeben. Im Schlaf wird das Alltagsbewußtsein zugunsten des Unterbewußten, der Welt der Träume, aufgegeben. In Sigillen begegnen sich die beiden Zustände in einer einzigen Handlung, somit wird eine besondere und potente Energie freigesetzt, eine fruchtbare Kraft der Harmonie, die die Grenzen der Kluft Bewußtsein/ Unterbewußtsein überschreitet.

Intuition und Instinkt sind im Alltagsbewußtsein die einzigen Zeiger auf die Objekte und Methoden, aus denen eine potente Sigil konstruiert wird. Die ganze Zukunft steht uns zur Verfügung, um so zu gestalten, wie wir es wollen.

Alles muß auf das einzige, auf der Hand liegende Ziel fokussiert werden. Es ist ein Fall des Aufgebens alles Vorgefaßten, aller Hemmungen und Vorlieben, denn die Arbeit beinhaltet eine Totalität und alles, was der Vervollkommnung in den Weg kommt, ist nichts als ein Rudiment der Vergangenheit, das zurückbleibt, die Angelegenheit zu ihrem Schaden zu verwirren und zu erschweren. Verzichte auf jegliche Kontrolle und Vorurteile, um sie wiederzugewinnen und zu meistern, neu definiert und infolge unterrichteten Wünschens (4).

Sigilisierung führt zur Erkenntnis persönlicher Wahrheit und stellt die Mittel zur Verfügung, um diese Wahrheit im Leben auszudrücken.

"Er weiß was Er will, und Er will, was Er begehre." (5)

Sigillen sind die Einheit und Integration von Willen, Begehren und Wissen.
Sie sind der Prozeß, durch den Träume zur Wirklichkeit werden.

Uns erscheint es sicher, daß Sigillen, mit wahrer Entschlossenheit ausgeführt und mit der perfekten Stärke eines aufrichtigen Begehrens erfüllt, selbständig den nötigen Willen zum Erfolg erzeugen. Es ist einfach eine Frage der Absicht und der Intensität; der Praxis im sicheren Wissen und Akzeptanz des Ergebnisses.

Sigillen sind die Kunst, vormaligen Glauben in gegenwärtiges Wissen um den vor einem liegenden Weg zu verwandeln. Sigillen sind die Entschleierer von Wahrheiten, seien diese auch durch Angst oder Eigennutz (6) versteckt oder verdrängt.

Die Sigil ist die Absichtserklärung. Sie erweckt das Individuum magisch zu den Umständen seines Lebens und läßt so das scharfgestellte Begehren wahrscheinlicher geschehen. Sigillen sind kein Weg, um Erfolg zu garantieren, sie können nur die Tür für Dein eigenes Handeln öffnen. Eine Sigil könnte dafür sorgen, daß eine Gelegenheit zu dem, was Du begehrst, für Dich erkennbar wird, doch mußt Du immer noch gemäß dieses Wissens handeln, damit Dein Begehren sich erfülle.

Ohne die physische Antwort ist die psyckische Arbeit ziellos.
Sei wach, und schlafe nicht bei der Tat.

Je mehr Sigillen Du ausführst, desto größer wird die Klarheit des Ziels, das Du darin finden wirst. Eine sich anhäufende Macht des aktivierten Willens entwickelt sich, und die Sigillen werden in Ausrichtung und Wirkung verstärkt.
Der Ritus der Sigil sollte angewandt werden, um ein Erlebnis äußerster Intensität zu erzeugen. In dem Moment, wenn der aufstrebende Flux unbezähmbar wird, wenn das Ganze des physischen und mentalen Bewußtseins eine Zuckung erfährt, die es über den Punkt der Umkehr trägt, in jenem Moment muß alles auf die Sigil gerichtet werden.

Eine Sigil kann entworfen werden, um jegliches Begehren zu beantworten, ohne Begrenzung oder Zwang. Das Ziel muß in keinster Weise sexuell sein. Die Sigil umschließt alle Möglichkeiten.

Das Resultat der Sigille wird zum Teil des Lebensprozesses. Somit bringt sie möglicherweise nicht sofort offensichtliche Resultate, doch wie lange es auch immer dauert, Du kannst sicher sein, daß, wenn der Wunsch echt war und Deine Absicht rein, Du Dich in Richtung der Erlangung des angestrebten Zieles bewegen wirst, dabei alle nötigen Stufen vorbereitend und erklimmend, so daß Du, wenn der Moment gekommen ist, bereit und lebendig dafür bist.

Wie wir früher sagten, sind die durch den Tempel beschriebenen Methoden Führer zu Individueller Handlung. So lange die Sigil das grundlegende Element fokussierten Willens enthält, können alle weiteren Details variiert werden. Natürlich ist es eine wesentliche Voraussetzung, daß der Ritus einer ist, der widerspiegelt, wer Du bist, und somit sollte das Ergebnis persönlicher Leistung intuitiv erreicht werden.

GLAUBE IST ANGST

Die erste Lektion, aus welcher alle anderen erwachsen, ist die einfachste. Wir sind sterblich. Wir alle sterben. Dies ist kein morbides Schwelgen in Hoffnungslosigkeit. Es ist die Fähigkeit, wirklich die Bedingungen unserer physischen Vergänglichkeit anzunehmen, die uns alle befreit. Viele visionäre philosophische Systeme beziehen in ihre Ideen „Den kleinen Tod" (7) unter diesem oder einem anderen Namen ein.

Wir alle sterben. Diese Erkenntnis, wahrhaft assimiliert, kann zu positivem Gebrauch gewandelt werden, insofern sie einen zur Tat anspornt, allzeit bewußt, daß alle Zeit begrenzt und keine Lebensspanne sicher ist. Jede Sekunde zählt und muß zählen. Diese Erkenntnis kann auch unproduktiv genutzt werden, ein Verkrüppeln der Suche individueller Männer oder Frauen nach Erfüllung aller ihrer Bedürfnisse und Verhindern einer vollständigen Integration jedes Aspektes ihrer Charakter und Gedanken für ihr ganzes Leben.

Die Unvermeidlichkeit des Todes kann von äußeren Kräften als Waffe genutzt werden, um Angst zu erzeugen. Religionen nutzen diese Waffe marktschreierischer als jedes andere unterdrückerische soziale Regulationssystem. Sie benutzen die Angst vor dem Tode, um den Glauben zu rechtfertigen. Jene, welche den Fallen der Religion entkommen über eine erste Stufe zynischen Wissens um die Heuchelei der modernen Gesellschaft und die Kastrierung ihrer individuellen Macht, irgendwas zu verändern, suchen oftmals das Vergessen dieses Wissens, und so benutzen sie verschiedene Drogen Tabak, Alkohol, Tranquilizer und Opiate wie Heroin als einen Ersatz für den Glauben. Sie wollen die Zeit totschlagen (8). Religionen wollen die Zeit umgehen. Beides sind Handlungen, die auf Angst gründen.
Die Menschheit steckt eine gleichbleibende Menge von Energie in Selbst-Erhaltung. Der Begriff „Selbst-Erhaltung" impliziert eine Bedrohung durch Auslöschung und wird von der Angst vor dem Tode ausgelöst. Also ist die Furcht vor dem Tode in einer sehr realen Weise hinter allem normalen Funktionieren präsent, sie residiert permanent im Unterbewußten, formt unser Selbstbild im Bezug auf eine unvermeidliche, unerbittliche Todeskrise. Doch die Angst vor dem Tode könnte nicht konstant in unserem alltäglichen bewußten geistigen Funktionieren präsent sein; dies wäre, wie die Dinge liegen, eine unerträgliche Last; doch um sich „normal" zu verhalten, unterdrückt der biologische Organismus, das Menschentier, sein Wissen um den Tod, um Wohlbehagen zu erlangen.

Tatsächlich weiß niemand von uns, wieviel Zeit wir haben, und wenn wir sterben, sollte es mit Null-Bedauern (9) sein. Null-Bedauern ist der magische Zustand inneren Gleichgewichts und gelassener Annahme der Sterblichkeit des Individuums und der Gebrauch des Null-Bedauerns lenkt alle zukünftigen Taten. Der perfekte Zustand ist der, sicher zu sein, daß keine Zeit vergeudet, keine Energie unterdrückt und keine Angst versteckt wird. In altmodischen Worten, wir müssen den „kleinen Tod" erfahren, uns buchstäblich einer Begrenzung der Zeit zu stellen. Zeit kann ein Werkzeug sein, ein Befreier oder ein Unterdrücker. Wenn wir Zeit für uns zurückverlangen, lernen wir letztlich frei und effektiv zu sein. Kontrolle braucht Zeit, wie ein Junkie seinen Junk braucht. Um der Kontrolle zu entkommen, müssen wir die uns gegebene Zeit neu umfassen.

Ursprünglich hat das menschliche Wesen keine offenbare Alternative, außer einer negativen Einschätzung des Todes zu erliegen. Angst zu fühlen. Das Gehirn ist genetisch zum Überleben programmiert und wird sich selbst nicht erlauben, zu glauben, daß es aufhören wird, zu existieren. Somit wird das Unterbewußtsein, wie wir bereits gesehen haben, den Intellekt dazu verführen, Logik und Tatsachen zu ignorieren, eine Verfassung, die an Hoffnungslosigkeit grenzt. Es wird die Lektionen der Erfahrung und der Beobachtungen zugunsten eines ererbten Bildes von Existenz ignorieren und die Auswirkung der Furcht wird unterdrückt. Es wird unmittelbar anfällig für die Sehnsucht nach Hoffnung werden, die eine Konfrontation mit seinem unterbewußten Wissen umgeht. Hierauf gedeiht Religion. Sie bedarf nur einer Tat des blinden Glaubens im Tausch gegen garantierte Hoffnung und Erlösung. Sie leugnet den Tod und vermeidet die Tatsachen.

Kurz gesagt wendet Religion sich von der Wahrheit ab, der Tempel wendet sich ihr zu. Wenn Du Dich Dir selbst stellst, stellst Du Dich dem Tode, und nur auf diesem Weg kannst Du Deinen gesamten Charakter reintegrieren und alle seine Ebenen von Bewußtseinen und Wahrnehmung. Dies kann nicht stark oder oft genug betont werden.
In Religionen muß also jeglicher praktische Gedanke in einer Flut des Glaubens beiseite geschwemmt werden. Antworten werden Wort, und Tatsachen werden zu Sünden.

Dieses Ding Glaube ist die Basis allen religiösen Denkens. So mächtig, doch so zerbrechlich, daß der Glaube geschützt werden muß. Geschützt vor Zweifeln, beschützt vor Fragen, wird er als Konstante betrachtet, die noch nicht einmal Nachdenken toleriert. Seine Ursachen, sein wirklicher Wesenskern – der Tod –, sind so in jedermanns Kopf verwurzelt (10), daß er die Basis einer jeden Gesellschaft geworden ist, und so hat jede Gesellschaft ein System zu ihrem Schutz entwickelt. Dogma.

Die Gleichung funktioniert vereinfacht ungefähr so: Dogma negiert Denken. Das Denken ist der Feind des Glaubens (daher der Feind der Gesellschaft). Individuelle Gedankenmuster werden entmutigt, um den Glauben unangetastet zu lassen und so die Gesellschaft zu erhalten, den Status Quo und die persönlichen Interessen der Bewahrer (11) von Glaube und Dogma. Es ist in diesem Geflecht, daß Religion der Politik begegnet und sie sich gegenseitig in einem Netz der Täuschungen verstärken. Jene an der Macht haben ein persönliches Interesse daran, individuelle Gedanken entlang sicherer unbedrohlicher Wege zu kanalisieren, angelegt zur Produktion von Materialien und Diensten, die zum „Nutzen" der Gesellschaft, eines „Größeren Ganzen", sind.

In anderen Worten opferst Du Deine Zeit, und die Zeit ist Dein wertvollster Besitz. Wenn Du Dich selbst zurücknimmst, wird sie unbezahlbar. Die Menschen werden vom Diebstahl ihrer Zeit abgelenkt und abgerichtet, zu produzieren und zu konsumieren, und nicht dazu, wie man sich mit seinem Lebensraum (12) und seinen Ideen befaßt. Politik organisiert, Religion lenkt.

„Von einem Fünfjährigen bis zu einem Erwachsenen ist es ein kleiner Schritt. Von einem Neugeborenen zu einem Fünfjährigen ist es eine erschreckende Entfernung."
Tolstoi

Religion bricht in die Welt des Kindes ein. Einem Kind ohne Schuld wird so Schuld gegeben. Einem Kind ohne Angst wird so Angst gegeben. Die einzige angebotene Lösung ist die durch den Glauben. Glaube, so wird suggeriert, endet den Tod. Der Preis dafür, den Tod durch den Glauben zu betrügen, ist natürlich die Unterwerfung.

Leute, die mit dieser Situation nicht zufrieden sind; Leute, die Beweise wollen, die ein System ohne Schuld und Angst entwickeln wollen, das den Tod als eine positive und befreiende Weisheit aufnimmt und nutzt, werden entmutigt, lächerlich gemacht, mit Mißtrauen behandelt und oft genug beflissentlich in den Medien falsch dargestellt. Sie sind letztenendes in gewisser Weise eine Bedrohung der Gesellschaft, sie zielen auf den Kern jener List, welche uns kontrolliert, und so sind sie in einem wirklichen Sinn gefährlich.

Der Temple ov Psychick Youth ist dem Rückerwerb der ihnen zugeteilten Zeit durch die Individuen gewidmet. Er ermutigt, er entmutigt nicht, er steht als ein Beispiel dafür, was möglich ist. Sich daran zu beteiligen heißt, etwas ganz Besonderes zu werden. Mit dem Fortschreiten der Geschichte ist die Kontrolle der Gesellschaft über das Individuum so subtil, daß sie unmerklich geworden ist, möglicherweise sogar genetisch vererbt. Ihre große Macht liegt in jener Tatsache, daß selbst ihre Gallionsfiguren und Führer ihre Vorgänge nicht erkennen. Kontrolle ist unsichtbar. Zeit ist unsichtbar. Kontrolle ist so sehr imstande, die Wahrnehmung der Realität eines Individuums in Triviales zu hüllen, daß sie selbst eine uniforme Realität wird. Eine Realität, die sich selbst keine Fragen stellen kann. Die noch nicht einmal eine Sprache formulieren kann, welche fähig wäre, Fragen zu setzen, welche die Wahrheit bloßlegen könnte.

In einem Zeitalter des Zusammenbruchs und Überganges müssen wir eine Sprache finden. Einen Weg aus jener Ecke heraus, welche uns von der Geschichte verliehen wurde. Das menschliche Gehirn muß sich entwickeln, muß zum nächsten Schritt der Evolution werden. Es ist einfach: wir entwickeln unsere latente neurologische Macht oder wir sterben wahrlich als Spezies. Es ist ein Krieg ums Überleben.

Durch Experiment, durch die Erforschung dieser latenten Mächte, durch visionären Gebrauch von Wissenschaft und Technologie und durch die Integration von Erfahrung, Beobachtung und Ausdruck müssen wir uns selbst hochhalten.

Eine Realität, die sich nicht sich selbst stellen kann, wird zur Illusion. Kann nicht real sein. Wir müssen das Konzept und den Gebrauch von Glauben völlig zurückweisen, jene Scharlatanerie. Wir müssen Religion entmannen. Das „Universum der Magick" liegt innerhalb des Geistes der Menschheit, das Setting ist nichts als eine Illusion, selbst für den Denker.

Der Tempel widmet sich dem Aufbau eines modernen Netzes, in dem Menschen ihr Stolz auf sich selbst zurückgegeben wird, wo Zerstörung zur lachhaften Absurdität wird für ein Gehirn, welches sich seines unendlichen und unmeßbaren Potentials bewußt ist.

Der Tempel widmet sich der Auslösung des nächsten evolutionären Zyklus, um dieses lausige, doch liebenswerte Menschentier zu retten.

Der Tempel widmet sich der Entwicklung einer modernen, funktionierenden und inspirierenden magischen Struktur, die zu guter letzt das vollständig integrierte und wirksame Individuum ermöglicht. Und dieses Netzwerk von Individuen ist seinerseits unweigerlich mit einer Handlungsaufgabe konfrontiert - Überleben und soziale Weiterentwicklung anderen mitzuteilen.

Wir sind die erste wahrlich nicht-angepaßte und nicht-mystische Philosophie.

Angst brütet Glauben aus. Glauben nutzt die Angst. Weise Glauben zurück, weise Angst zurück, weise Religionen zurück und weise Dogma von Dir.

Lerne Dich selbst zu ehren, Intuition und Instinkt zu schätzen, lerne Deine Fragen zu lieben. Wertschätze Deine Zeit. Nutze die Sterblichkeit, um das Handeln und ein fürsorgliches, hingebungsvolles und konzentriertes Leben zu motivieren.

TAT

Verbundenheit mit dem Temple Ov Psychick Youth erfordert ein aktives Individuum, hingebungsvoll gegenüber der Etablierung eines funktionierenden Systems der Magick und einer modernen heidnischen Philosophie ohne Zuflucht in Mystifizierungen, Götter oder Dämonen; das jedoch die impliziten Mächte des menschlichen Gehirns (Neuromantik) - verbunden mit schuldloser Sexualität und fokussiert durch Willensstruktur (13) (Sigillen) - anerkennt.

Magick ermächtigt das Individuum, ihre (14) Träume zu erfassen und zu erkennen und ihr natürliches Potential zu maximieren. Sie ist für jene mit dem Mut, sich selbst zu berühren. Sie integriert alle Ebenen des Denkens in jenen ersten Schritten in Richtung der endgültigen Verneinung von Kontrolle und Angst.

(15)

WARNUNG

Der Tempel hat verschiedene Erklärungen und fehlleitende Behauptungen bemerkt, die in Fanzines und der Presse erschienen, von bestimmten Persönlichkeiten gemacht, dar-auf angelegt, eine falsche Interpretation unserer Motive, unserer Intentionen und inter-nen Angelegenheiten anzudeuten.
Diese Leute spüren oftmals die Notwendigkeit einer Selbst-Rechtfertigung und werden durch die Sorge um ihre eigene Selbstachtung und ihr Selbstbild angetrieben. Sei gleichermaßen vor den Versuchen dieser Leute auf der Hut, sich einzuschmeicheln und freundlich zu erscheinen.
Während es der Tempel niemals darauf anlegt, in eine öffentliche Diskussion seiner Regeln und Entscheidungen einzutreten und in der Tat versucht, den maximalen Erhalt von Stolz und das Wahren des Gesichts bei jedem ausgestoßenen Individuum zu erlauben, besitzt der Tempel nichtsdestotrotz in seinen Akten eine Dokumentation, um seine Version jeglicher solcher Handlungen zu untermauern, sollten die Umstände dies erfordern. Wir versuchen, fair zu sein, wir versuchen, den Menschen Selbstachtung zu lassen, wir versuchen es ihnen leicht zu machen, sich dem Ausgestoßen-Sein anzupassen.

 
Sollten unser Schweigen und unsere Fairneß als Schwäche angesehen und mißbraucht oder dazu ausgebeutet werden, uns allen zu schaden, dann werden wir unsere passive Taktik ändern zugunsten jener des Schutzes durch aktive Wahrheit.

***

Anmerkungen:
(1) i. Orig. free from thee constraint - Befangenheit, Einschränkung, Nötigung [A. d. Ü.][Zurück]
(2) i. Orig. fiercely - heftig, wild, grimmig, scharf, bissig [A. d. Ü][Zurück]
(3) i. Orig. common ground - Konsens [A. d. Ü.][Zurück]
(4) i. Orig. redefined and in thee train ov informed desire [A. d. Ü.][Zurück]
(5) i. Orig. "E know what E will, and E will what E desire." Das E kommt vom engl. I, ist aber unpersönlicher gemeint. Im Sinne von siE oder Er als Individuum ... [A. d. Ü.][Zurück]
(6) i. Orig. expedience - Zweckdenken, Nützlichkeitserwägungen [A. d. Ü.][Zurück]
(7) ‘Der kleine Tod’ ist auch ein verbreitetes Synonym für den Orgasmus [A. d. Ü.][Zurück]
(8) i. Orig. wörtlich: They want to kill time. [A. d. Ü.][Zurück]
(9) i. Orig. Zero Regret [A. d. Ü.][Zurück]
(10) i. Orig. are so entrenched - so verschanzt, eingegraben ... [A. d. Ü.][Zurück]
(11) i. Orig. keeper - auch Wärter be-deutend [A. d. Ü.][Zurück]
(12)i. Orig. habitat - auch Standort, Heimat [A. d. Ü.][Zurück]
(13) im Orig. i. Orig. Will Structure [A. d. Ü.][Zurück]
(14) i. Orig. their - Plural; im Sinne der verschiedenen Persönlichkeitsanteile mit jeweils auch verschiedenen Träumen [A. d. Ü.] [Zurück]
(15) In einer alternativen Version des Textes steht an dieser Stelle: OUR AIM IS WAKEFULNESS - OUR ENEMY IS DREAMLESS SLEEP (Unser Ziel ist Wachheit - unser Feind ist traumloser Schlaf.)[Zurück]

Bilder in diesem Artikel:
http://www.lawbright.com
http://www.vicon.net
http://www.oktarin.net
(Dank an Thee Spiralbrain ov Iz!)
http://www.chaosmatrix.com
http://www.psorcereezee.future.easyspace.com

TOPY im Internet:
http://www.topy.net

E-Mail der Übersetzer:
S. Axe: Lichtsturm@hotmail.com
S. Neitsch: dogstar@t-online.de

 


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