Himmel. [...] Auch die Höhen, die östlich von Jerusalem waren, ... die
Salomo, der König von Israel, gebaut hatte der Astarte ... machte der König unrein und zerbrach die Steinmale und hieb die Ascherabilder um und füllte ihre Stätte mit Menschenknochen." (2. Könige. 23, 5ff)
In diesem Zusammenhang als besonders schändlich muß noch die hinterhältige Falle des israelitischen Königs Jehu erwähnt werden, der 841 v. u. Z. unter dem Vorwand, für Baal ein Fest zu geben, dessen Priester, Propheten und Verehrer im Tempel des Baals versammelte, um sie dann durch seine Soldateska massakrieren zu lassen. 622 v. u. Z. rottet der erwähnte Josia endgültig alle dem Jahwe fremden Kulte aus. Zu dieser Zeit ging es schon weniger um religiösen Fanatismus als um ökonomische Vorteile in Form von Pflichtabgaben an den Jerusalemer Tempel - die andere, besitzgeile Seite des Patriarchats hatte sich entblättert.
Baal tritt dann immer als Stier auf und wird direkt auch als zebul ba’al ‘ass („Fürst, Herr der Erde") angerufen. Namen wie Baal-Biqah („Herr der Ebene"), Baal-Chammon („Herr der Räucheraltäre"), Baal-Qarnaim („Herr der beiden Hörner") usw. stehen ebenfalls in diesem Zusammenhang. Gelegentlich scheint er sogar ein Gott der Unterwelt gewesen zu sein. In der verbreiteten Volksreligion nahm Baal die Rolle eines Vegetationsgottes ein, dessen Auferstehung aus der Unterwelt man im Frühjahr feierte. Hier treten dann auch eindeutige orgiastische und phallische Bezüge in den Vordergrund, z.B. wenn man den Baal-Peor[10] („Herr des Berges Peor") in Gestalt einer Palme zwischen zwei Steinen stehend verehrte oder im Gottesnamen selbst (Baal-Marqod, der Herr des Tanzes) ein Hinweis auf die Art und Weise seiner Verehrung gegeben wird.
Allerdings mag es richtig sein, daß es mit der Verbreitung patriarchaler Strukturen zu einem Verfall dieser Riten kam, die dann letztendlich nichts weiter mehr waren als eine lukrative Einnahmequelle verschiedener Priesterkasten. Ähnliches läßt sich auch in der indischen Kultur feststellen.
In den Ugarit-Texten taucht Baal erst später in der kanaanitischen Götterversammlung auf und fordert dort ein eigenes „Haus". Er kommt also von außerhalb. In der Tat handelt es sich bei Baal um einen der ältesten bekannten Götter überhaupt, dessen Auftreten nicht auf Kanaan beschränkt bleibt. Schon in Akkad, der uralten und rätselhaften Hochkultur in Mesopotamien
[20], gab es ihn als Bel, den Beherrscher all dessen, was zwischen Himmel und Erde ist und Schöpfer von Welt und Mensch. Damit ist er gut weitere 1500 Jahre älter als gemeinhin angegeben. In Nippur, der alten sumerischen Hochkultur, gab es schon 3000 v. u. Z. einen Bel-Kult. In Babylon gehörte er zur Götter-Trinität Anu - Ea - Bel. Aber auch die Verbindungen zu Ägypten sind wesentlich und reichen auch dort in prähistorische Zeiten zurück (siehe Abschnitt IV.). Davor liegt schon das uns weitestgehend unbekannte Paläolithikum. Was in dieser heute nur noch lapidar als „Steinzeit" bezeichneten Epoche wirklich an Kultur und Zivilisation vorhanden war, können wir nur noch ahnen und beileibe nicht den erbärmlichen Maßstab der heutigen expansiv-technischen, rein materialistisch ausgerichteten Konsum-Gesellschaften anlegen. Der Verweis auf die phallischen Steinsäulen als Hauptkultobjekte Baals könnte eine Verbindung zur Megalith-Kultur nahelegen, die vor 6000 Jahren nicht nur in ganz Europa, sondern auch in Nordafrika und im Nahen Osten verbreitet war. Daß das Zweistromland der Ursprung jeglicher Zivilisation, Bildung, Religion, Schrift usw. ist, gilt gemäß unserer Schulweisheit heute als unumstritten. Mit der Christianisierung des europäischen Kontinents durch eine nahöstliche Religion wurde eigenständige europäische Geschichte und Kultur politisch obsolet, von nordisch-germanischer Kultur innerhalb dieses Europas ganz zu schweigen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. So haben denn Generationen von grundehrlichen, nur der Wahrheit verpflichteten und immer nur an logischen und erkenntnistheoretischen Prinzipien ausgerichteten Wissenschaftlern zugunsten ihrer akademischen Laufbahn den Blick von der Tatsache abgewendet, daß auch umgekehrt der Westen den Osten beinflußt haben könnte oder daß wir ganz einfach nicht wissen, wo die wirklichen Wiegen der modernen Menschheit gestanden haben. Das wird auch an unserem The-ma deutlich, wenn man im nordischen Götter-Pantheon ohne Umschweife Baal in wahrlich nur leicht abgewandelter Form wiedertrifft: Baldr oder Baldur! Nordisch ‘Baldr’ bedeutet ebenfalls „Herr", die Attribute eines Himmelsgottes, Licht, Schönheit, Anmut, Glanz finden sich bei Baldr in gleicher Weise wie bei Baal. Ebenso der Tod durch blinde, dunkle Mächte (Hödur), der Abstieg in die Unterwelt und der Gedanke der Auferstehung. Schließlich können wir sogar in Baldr’s Frau Nanna Baals Gattin Anat wiedererkennen. Man muß kein Etymologe sein, um die Zusammenhänge zu sehen! Doch welcher „unparteiische" Akademiker arbeitet heute schon noch über Baldur?| Ba | Al |
| das ägypt. Ba, die „Seele" | hebr. „Gott" |
| Basis, Fundament, Erde | All(es), Himmel |
| die Rune Berkano b, 18 | die Rune Algiz, z, 15 |
| ab, ba, Zahlwert 3, Binah, die Mutter | la, al, Zahlwert 31, 3 + 1 = 4 --> Jupiter |
| die Umkehrung ba, ab, bedeutet Vater | die Umkehrung al, la, bedeutet Nichts |
| b , Beth, „Haus" | l , Lamed, „Ochsentreibstock" |
Seele verstehen. Ba benennt zuallererst und immer ein göttliches Wesen, dann auch die Manifestation oder Erscheinungsform eines göttlichen Wesens, so wie beispielsweise der Pharao das Ba des Gottes Ra war. Den Ägyptern war zudem die Vorstellung vertraut, daß jeder Mensch ein ureigenes Ba besitzt, das sich nach dem Tod vom Körper des Verstorbenen lösen kann. Schließlich stellt das Ba einfach die Kraft der geistigen oder psychischen Existenz dar. Interessant ist die
Tatsache, daß auch der sicher vielen magisch interessierten Lesern bekannte Bock von Mendes, widder oder ziegenbocksgestaltiger Fruchtbarkeitsgott, den Namen Ba trug. Bock heißt im Hebräischen zi , oz und hat den Zahlwert 77!
Anmerkungen: