Neben seiner Wahrnehmung verfügt der Neue Zauberer jedoch auch über eine sehr abstrakte Minimallandkarte der Welt. Das Besondere an dem Grundsystem der Zauberer ist, daß es im Kern so abstrakt ist, daß es in jedem Kontext anwendbar ist. Es ist nicht erforderlich sein Leben in der Wüste von Mexico zu verbringen. Ein Beispiel ist der Gedanke des "Nichttun", für den es viele lustige Beispiele in seinen Büchern gibt. Nichttun heißt bei Castaneda, seine eigenen, starr gewordenen Verhaltensweisen zu erkennen und kontinuierlich zu ändern. Das ist etwas, daß man immer tun kann, es ist vollkommen losgelöst von konkreten Begebenheiten. Ebenso ist die Kunst des Träumens unabhängig von den Trauminhalten und lehrt Techniken, die generell in allen Träumen und auch in dieser Welt anwendbar sind.
In den ersten Büchern fällt es dem Leser leicht, sich Castaneda überlegen zu fühlen, der sich durch seine intellektuell/wissenschaftlich/westliche Begriffsstutzigkeit immer wieder zur leichten Beute für die Jagd nach Lachanfällen seines Lehrers macht.
Wer Castaneda als Anregung für seinen eigenen Weg verwendet, möchte im Hinterkopf behalten, daß der abstrakte Weg der Zauberer NICHT auf gedankliche und gefühlsmäßige Kälte und Einsamkeit abzielt. Castaneda sagt ganz klar, daß ein Weg ohne Herz gar kein Weg ist - und außerdem sollte man mindestens 100 mal täglich bis an die Grenze der gesundheitlichen Belastbarkeit gehen - vor lachen!
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